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Österreich aktiviert EU-Asylpakt: Strengere Kontrollen beginnen am Flughafen Wien

Juni 13, 2026
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Österreich aktiviert EU-Asylpakt: Strengere Kontrollen beginnen am Flughafen Wien
Österreich hat am 12. Juni 2026 gleichzeitig den langverhandelten Pakt der Europäischen Union zu Migration und Asyl in Kraft gesetzt und den nationalen Haushalt vorgestellt, der dessen Finanzierung sichert. Innenminister Gerhard Karner erklärte in Wien, dass die neuen Regelungen „die größte Reform und Verschärfung des Asyl- und Einwanderungsrechts seit 20 Jahren“ darstellen.

Laut dem Pakt muss jede Person, die unregelmäßig an einer Schengen-Außengrenze ankommt, eine biometrische Vorprüfung von bis zu sieben Tagen durchlaufen. Österreichs Anteil dieser Aufgabe wird vor allem am Flughafen Wien-Schwechat abgewickelt, wo spezielle Kontrollspuren und Haftzimmer eingerichtet wurden. Karner betonte, dass die erweiterte Eurodac-Fingerabdruckdatenbank in Österreich künftig bereits bei Kindern ab sechs Jahren genutzt wird – zuvor lag die Altersgrenze bei 14 Jahren.

Österreich aktiviert EU-Asylpakt: Strengere Kontrollen beginnen am Flughafen Wien


Der Minister bestätigte, dass das politisch heikle Einfrieren von Familiennachzugsvisa „für die kommenden Monate“ bestehen bleibt, bis ein Quotensystem mit den Bundesländern vereinbart ist. Praktisch bedeutet das, dass Familiennachzugsbewilligungen nahezu auf null bleiben – bisher wurden in diesem Jahr weniger als 50 erteilt.

Um das System durchzusetzen, hält der „Sicherheitsbudget“ 2027/28 die Ausgaben bei rund 4,1 Milliarden Euro jährlich, während die asylbezogenen Ausgaben um 20 Prozent gekürzt werden. Zusätzliche Mittel fließen in jährlich 1.400 neue Polizeianwärter, erweiterte Flughafen-Haftkapazitäten und IT-Modernisierungen, die die Landespolizeieinheiten für Ausländerrecht in Echtzeit mit Eurodac verbinden.

Für Arbeitgeber hat das sofortige Auswirkungen: Geschäftsreisende aus visumfreien Ländern müssen am Flughafen Wien mit längeren Wartezeiten rechnen, da die Beamten die biometrische Erfassung durchführen, und Unternehmen, die innerbetriebliche Versetzungen planen, sollten beachten, dass das Einfrieren des Familiennachzugs auch abhängige Visa betrifft. Karner kündigte an, dass die Regierung „nach dem Sommeransturm“ betriebliche Probleme überprüfen werde.
Quelle: Die Presse / Austrian Interior Ministry

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