
Wenige Stunden nach Inkrafttreten der EU-Asylreform präsentierte Innenminister Gerhard Karner in Wien ein zweijähriges „Sicherheitsbudget“ von jährlich 4,1 Milliarden Euro und versprach, „in Sicherheit zu investieren und gleichzeitig beim Asyl zu sparen“. Bei der Pressekonferenz wurde deutlich, wie Österreich 2.300 zusätzliche Grenzpolizeistellen finanzieren, Wärmebilddrohnen an der ungarischen Grenze aufrüsten und die EES-Kioske am Flughafen Wien ausbauen will – Kosten, die das Ministerium durch schnellere Rückführungen und kürzere Unterbringungszeiten dank der neuen EU-Regeln ausgleichen will. Karner betonte, dass das Budget auch Mittel für die Mobilität von Fachkräften vorsieht: 35 Millionen Euro sind für die Beschleunigung der Bearbeitung der Rot-Weiß-Rot-Karten beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl vorgesehen, mit dem Ziel, die durchschnittliche Entscheidungsdauer von 8 auf 5 Wochen zu verkürzen. „Österreich muss für qualifizierte Arbeitskräfte attraktiv bleiben, auch wenn wir Schlupflöcher für irreguläre Migration schließen“, so Karner. Das Ministerium rechnet bis 2027 mit einer Einsparung von 120 Millionen Euro bei den Ausgaben für Asylunterkünfte, dank der GEAS-Grenzverfahren, die eine Entscheidung über bestimmte Anträge innerhalb von 12 Wochen ermöglichen. Die Einsparungen sollen teilweise in neue Cyber-Forensik-Labore fließen, die gefälschte Reisedokumente aufdecken sollen – ein wachsendes Problem auf den Routen durch den Westbalkan. Branchenverbände begrüßten die schnellere Bearbeitung von Arbeitserlaubnissen, warnten jedoch vor Personalengpässen bei den Landespolizeidirektionen, die Aufenthaltskarten ausstellen. Die Wirtschaftskammer Österreich forderte die Regierung auf, zusätzliche Einsparungen in die Digitalisierung von Einwanderungsakten zu investieren, um persönliche Termine zu reduzieren. Für Manager der globalen Mobilität ist die Botschaft klar: Die Budgetprioritäten verlagern sich von der Aufnahme hin zu Kontrolle und Effizienz. Unternehmen sollten beobachten, ob die angekündigten Personalaufstockungen in der zweiten Hälfte 2026 tatsächlich zu schnelleren Genehmigungen führen.
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