
Am Vorabend der Einführung des Pakts hat eine ausführliche Untersuchung von EUobserver Alarm geschlagen hinsichtlich der Bereitschaft der Mitgliedstaaten und der Gefahr von Masseninhaftierungen in sogenannten „Fast-Track“-Grenzlagern. Der am 11. Juni veröffentlichte Bericht zitiert die in Brüssel ansässige NGO Homelands Advisory, die erklärt, dass Screening, Aufnahme-Kapazitäten, Eurodac-Integration und Personal „mit Lücken durchsetzt“ seien – besonders in den Erstaufnahmeländern. Belgische Anwälte der Plattform zur Flüchtlingsunterstützung teilen diese Bedenken und weisen darauf hin, dass das königliche Dekret zur Umsetzung der Screening-Verordnung nur 10 Tage für Rechtsmittel vorsieht – halb so lang wie vom Staatsrat empfohlen. Sie befürchten, dass Asylsuchende, die im Hafen von Antwerpen in das beschleunigte Verfahren eingewiesen werden, faktisch monatelang festgehalten werden könnten, während Rückführungsflüge organisiert werden. Der Artikel hebt zudem hervor, dass die Liste der „sicheren“ Länder, die das beschleunigte Verfahren auslösen, Marokko, Indien und Tunesien umfasst – Länder, die einen wachsenden Anteil der belgischen Arbeitserlaubnisinhaber stellen. Eine fehlerhafte Einstufung legitimer Arbeitsmigranten in das Asyl-Fast-Track-Verfahren könnte somit die übergeordneten Ziele der Fachkräftegewinnung gefährden. Der belgische Arbeitgeberverband VBO/FEB forderte die Regierung auf, Ressourcen zu sichern, damit wirtschaftliche Migrationsanträge nicht hinter den aufgestauten Asylverfahren zurückbleiben, und warnte vor einem „Reputationsschaden“ für das belgische Investitionsklima, falls sich die Genehmigungen in der Sommer-Hochsaison deutlich verzögern.
Quelle: EUobserver
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