
Irland hat am 12. Juni das International Protection Act 2026 in Kraft gesetzt und damit seine nationalen Asylverfahren an den EU-Migrations- und Asylpakt angepasst, der ebenfalls an diesem Tag begann. Das Gesetz führt beschleunigte Grenzkontrollen, biometrische Registrierung und ein neues Tribunal für Asyl- und Rückkehrberufungen (TARA) ein, das bestimmte Fälle – einschließlich Berufungen – innerhalb von drei Monaten abschließen soll. Ein zentrales Ziel ist es, die Rückführung von Antragstellern in den ersten EU-Staat, in dem sie einen Antrag gestellt haben, zu erleichtern und damit das sogenannte Dublin-Überweisungsprinzip wiederzubeleben. Für das Vereinigte Königreich, das nicht mehr Teil der EU-Asylregelungen ist, aber den Common Travel Area (CTA) betreibt, ist diese Änderung bedeutsam: Britische Behörden argumentieren seit langem, dass Schlupflöcher im irischen System sekundäre Bewegungen nach Nordirland begünstigen. Schnellere Entscheidungen in Irland und ein robusteres Rückkehrverfahren könnten künftige bilaterale Rückführungsabkommen erleichtern oder den grenzüberschreitenden Asylverkehr verringern. Das Gesetz verschärft zudem die Voraussetzungen für die Familienzusammenführung, indem die Einkommensgrenze auf 75.000 Euro über drei Jahre angehoben und der Nachweis einer angemessenen Unterkunft verlangt wird. Arbeitgeber, die Inhaber einer irischen General Employment Permit beschäftigen – viele davon auf Kurzaufenthalten im Vereinigten Königreich – sollten beachten, dass Mitarbeiter, die Familienangehörige nach Irland holen, strengere Kriterien erfüllen müssen. Justizminister Jim O’Callaghan bezeichnete das Gesetz als „die bedeutendste Reform der irischen Asylgesetze in der Geschichte des Staates“. Ein interimistischer Grenzverfahren-Inspektor wurde ernannt, um die Einhaltung der Menschenrechte zu überwachen. NGOs begrüßen die verkürzten Bearbeitungszeiten, äußern jedoch Bedenken wegen Unterkunftsmangel und der zweijährigen Wartezeit, bis Schutzberechtigte Familienangehörige sponsern können. Mobility-Teams, die Personal zwischen Irland und Großbritannien verlagern, sollten beobachten, ob das britische Innenministerium im Rahmen des CTA Datenweitergaben ausweitet oder beschleunigte Abschiebungen anstrebt, während sich das neue System etabliert.
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