
Zum Beginn der Sommerreisezeit berichten britische Reisende von Wartezeiten an Flughäfen von bis zu drei Stunden im gesamten Schengen-Raum. Aufnahmen in sozialen Medien aus Faro, Málaga und Mailand-Linate zeigen lange Schlangen bei der Passkontrolle. Ein wesentlicher Grund dafür ist das neue Ein- und Ausreisesystem der Europäischen Union (EES), das seit dem 10. April 2026 vollständig in Betrieb ist und erstmals von Nicht-EU-Besuchern – darunter auch britischen Staatsbürgern – die Abgabe von Fingerabdrücken und einem Gesichtsfoto verlangt. Fluggesellschaften wie Wizz Air empfehlen Passagieren, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein und großzügige Zeitpuffer zwischen Anschlussflügen einzuplanen, um verpasste Verbindungen zu vermeiden. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) warnt zudem, dass die Abfertigungszeiten für Bus- und Fährpassagiere an den UK-Frankreich-Grenzstellen nach dem Brexit insbesondere in der Sommer-Hauptreisezeit deutlich ansteigen könnten. Für Firmenreisende bedeutet das konkret: Eng getaktete Termine in Kontinentaleuropa sind möglicherweise nicht mehr realistisch, und verpasste Anschlussflüge könnten außerhalb der EU261-Entschädigungsregelungen liegen, da Grenzverzögerungen nicht in der Verantwortung der Airlines liegen. Unternehmen sollten daher Übernachtungen einplanen und ihre Mitarbeiter anweisen, während der Spitzenzeiten Powerbanks und Wasser mitzuführen. Die britische Regierung hat bereits 10,5 Millionen Pfund in die Infrastruktur in Dover, Folkestone und St Pancras investiert, doch Betreiber berichten, dass die Softwareintegration mit der französischen Grenzpolizei noch unzureichend ist. Parallel testet Eurostar in London mobile Erfassungsstationen für biometrische Daten von Vielfahrern – eine Entwicklung, die Geschäftsreiseprogramme genau beobachten sollten. Blickt man voraus, wird das EU-Reisegenehmigungssystem ETIAS, das für Herbst 2026 geplant ist, die Dokumentenanforderungen weiter verändern. Personalabteilungen, die Mitarbeiter an verschiedene EU-Standorte entsenden, sollten daher Checklisten mit Hinweisen zur EES-Voranmeldung, ETIAS-Genehmigungen und Passgültigkeitsregeln erstellen, um Störungen zu minimieren.
Quelle: International Business Times UK