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EU-Migrationspakt tritt in Kraft – Großbritannien bereitet sich auf steigenden Druck im Ärmelkanal vor

Juni 13, 2026
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EU-Migrationspakt tritt in Kraft – Großbritannien bereitet sich auf steigenden Druck im Ärmelkanal vor
Der lange diskutierte Pakt der Europäischen Union zu Migration und Asyl ist heute in Kraft getreten. Er sieht strengere Kontrollen an den Außengrenzen, zeitlich begrenzte Asylverfahren und einen „Solidaritätsmechanismus“ vor, der es Mitgliedstaaten erlaubt, Geld zu zahlen, statt umgesiedelte Migranten aufzunehmen. Obwohl das Vereinigte Königreich kein EU-Mitglied mehr ist, beobachten die Behörden in London die Entwicklungen genau: Frühere Verschärfungen auf dem Kontinent haben historisch mehr irreguläre Migranten zu Kanalüberquerungen getrieben.

Nach den neuen Regeln können Nicht-EU-Bürger, die ohne Erlaubnis ankommen, bis zu 12 Wochen in Grenzunterkünften festgehalten werden, während schnelle Entscheidungen getroffen werden. EU-Länder mit geringeren Ankunftszahlen müssen finanzielle oder operative Unterstützung für die besonders betroffenen Staaten wie Frankreich und Griechenland leisten. Kritiker bemängeln, dass das System kaum Durchsetzungsstärke besitzt und Staaten eher zur Zahlung von Geld als zur tatsächlichen Aufnahme von Migranten neigen, wodurch die Lager im Norden Frankreichs faktisch unverändert bleiben.

EU-Migrationspakt tritt in Kraft – Großbritannien bereitet sich auf steigenden Druck im Ärmelkanal vor


Für das Vereinigte Königreich stellt sich die Frage vor allem operativ: Die Grenzschutzbehörde muss mit einem Anstieg der „letzten Meile“-Versuche rechnen, Dover zu erreichen. Unternehmen, die Personal innerhalb Europas verlegen, müssen sich auf unterschiedliche Asylrechte und Haftfristen einstellen, was Auswirkungen auf ihre Fürsorgepflicht gegenüber mobilen Mitarbeitern haben kann. Rechtsexperten raten britischen Firmen, die Nicht-EU-Bürger im Rahmen des Handels- und Kooperationsabkommens in die EU entsenden, sicherzustellen, dass diese Beschäftigten einen Nachweis über ihren Status und eine Krankenversicherung vorlegen, die auch eventuelle Haftzeiten bei Grenzverfahren abdeckt. Personalabteilungen sollten zudem mögliche Verzögerungen bei der Ausstellung von Schengen-Visa einplanen, da Konsulate Ressourcen für das neue Kontrollsystem umverteilen.

Langfristig beschleunigt der Pakt Europas Wandel hin zu digitalen Vorabkontrollsystemen – ähnlich wie das britische ETA- und eVisa-System. Verantwortliche für Mobilität sollten daher mit zunehmenden Anforderungen an den Datenaustausch bei Sicherheitsüberprüfungen rechnen, was Auswirkungen auf Datenschutz und die Auswahl von Dienstleistern in beiden Rechtsräumen hat.
Quelle: Reuters (via StreetInsider)

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