
Zyprische Reisende spürten die Folgen des 18-stündigen Fluglotsenstreiks in Italien am Samstag, bei dem die easyJet-Piloten-Gewerkschaften und das Flugverkehrskontrollpersonal in Verona von 06:00 bis 24:00 die Arbeit niederlegten. Obwohl Zypern nicht direkt von dem Arbeitskampf betroffen war, betreibt easyJet mehrere Wochenendverbindungen zwischen Larnaka und Mailand Malpensa, Venedig sowie Verona, während die Fluglotsen in Verona Überflüge in Richtung Insel koordinieren. Mehrere Abflüge am Morgen von italienischen Flughäfen nach Larnaka starteten mit mehreren Stunden Verspätung, was dazu führte, dass Flugzeuge und Besatzungen verspätet in Zypern ankamen und eine Kettenreaktion von Verzögerungen bei den Abendflügen zurück nach Italien und Großbritannien auslöste. Passagiere auf den easyJet-Flügen am Sonntag berichteten von Umbuchungen oder Angeboten für Übernachtungen. Zyprische Reiseveranstalter gaben an, dass etwa 620 Pauschalurlauber betroffen waren, hauptsächlich Deutsche und Briten mit Anschlussflügen über Mailand. Nach der EU-Verordnung 261/2004 können Fluggesellschaften bei „außergewöhnlichen Umständen“ wie Fluglotsenstreiks von der Entschädigungspflicht befreit sein, müssen jedoch weiterhin Mahlzeiten und gegebenenfalls Hotelunterkünfte bereitstellen. Firmenreisemanager sollten ihre Mitarbeiter anweisen, Quittungen und Screenshots von Nachrichten der Fluggesellschaft aufzubewahren, da diese auch ohne gesetzliche Entschädigung Erstattungsansprüche unterstützen können. Die Störung verdeutlicht die Anfälligkeit der zyprischen Anbindung gegenüber Arbeitskämpfen im Ausland. Mit begrenzten Kapazitäten in der Hochsaison kann ein einziger Tag mit Flugplanstörungen bis zu 48 Stunden Nachwirkungen haben. Unternehmen mit zeitkritischen Transporten – etwa eingesetzte Techniker im Energiesektor – wird empfohlen, Pufferzeiten einzuplanen oder alternative Routen über Athen oder Tel Aviv in Betracht zu ziehen, wenn größere europäische Arbeitskämpfe angekündigt werden. Laut dem italienischen Streikkalender sind weitere landesweite Ausstände für den 26. Juli und 8. September geplant. Personal- und Global-Mobility-Teams sollten diese Termine genau verfolgen und mobile Mitarbeiter entsprechend informieren.
Quelle: Sbircia la Notizia Magazine