
Die Trump-Administration hat laut einem Bericht der Washington Post vom 13. Juni stillschweigend eine landesweite Untersuchung zum Verbleib von mehr als 300.000 unbegleiteten Kindern ausgeweitet, die während der Biden-Jahre die südliche Grenze überquerten. Bundesagenten des Heimatschutzministeriums (DHS) und des Gesundheitsministeriums (HHS) erschienen letzte Woche unangekündigt bei mehreren gemeinnützigen Rechtsberatungsstellen und forderten Sponsorenunterlagen sowie Finanzdaten an. Die Regierung bat zudem das Pentagon um forensische Prüfer – eine außergewöhnliche Anfrage, die nach rechtlichen Bedenken wieder zurückgezogen wurde. Ziel sei es, sogenannte „Super-Sponsoren“ zu identifizieren, die möglicherweise die Obhut über mehrere Minderjährige übernommen und diese dann für Arbeit oder illegale Aktivitäten ausgenutzt haben. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche hat alle US-Staatsanwaltschaften angewiesen, alle „durchführbaren Anklagen“ zu verfolgen, von Schleusung bis Identitätsbetrug, die mit dem Sponsorenprogramm in Verbindung stehen. Drei guatemaltekische Staatsangehörige wurden bereits wegen gefälschter Anträge zur Erlangung der Kontrolle über Kinder angeklagt. Interessenvertretungen warnen, dass die Razzien gefährdete Minderjährige und die Anwälte, die sie im Einwanderungssystem unterstützen, einschüchtern könnten. Das Amt für Flüchtlingsaufnahme (Office of Refugee Resettlement) verlässt sich traditionell auf gemeindebasierte Gruppen, um Sponsoren zu prüfen und rechtliche Unterstützung zu bieten, damit Kinder vor Gericht erscheinen; unerwartete Durchsuchungen könnten diese Zusammenarbeit gefährden. Für Manager der Unternehmensmobilität verdeutlicht die Untersuchung die wachsende Compliance-Belastung bei humanitären Einwanderungskategorien. Unternehmen, die ehemalige unbegleitete Minderjährige mit dem Status „Special Immigrant Juvenile“ oder DACA beschäftigen, sollten sich auf mögliche Dokumentenanfragen vorbereiten und eine sorgfältige Dokumentation sicherstellen. Gemeinnützige Organisationen mit Bundesverträgen könnten Prüfungen ausgesetzt sein, die die Dienstleistungserbringung stören und die Bearbeitung von Arbeitserlaubnisanträgen für minderjährige Begünstigte verzögern. Die Untersuchung zeigt auch die Bereitschaft der Regierung, militärische Ressourcen bei der zivilen Einwanderungsdurchsetzung einzusetzen, und deutet auf eine intensivere Kontrolle von NGO-Partnern hin. Rechtsexperten erwarten gerichtliche Auseinandersetzungen über die Rolle des Pentagons und den Umfang der Datenanforderungen, doch sollten Sponsoren und Dienstleister sich auf eine verstärkte staatliche Überwachung einstellen.
Quelle: The Washington Post
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