
Am 15. Juni 2026 haben drei der größten österreichischen Flüchtlingshilfsorganisationen – Volkshilfe Oberösterreich, Caritas OÖ und der interkulturelle Migrationsdienst migrare – einen gemeinsamen Appell an die Bundesregierung gerichtet, das Asylrecht „zu schützen, nicht abzubauen“. Die Erklärung, die fünf Tage vor dem Weltflüchtlingstag veröffentlicht wurde, warnt vor einer „Erosion humanitärer Standards“ in österreichischen und EU-Politiken, die Asylverfahren in Drittstaaten auslagern. Die NGOs kritisieren, dass die geplante EU-Rückführungsverordnung und die Verschärfung der Sozialleistungsregeln in Österreich gefährdete Menschen in die Illegalität drängen könnten. Sie fordern sichere legale Zugangswege – etwa durch erweiterte Familiennachzugsquoten und Umsiedlungsprogramme – um Todesfälle auf den Mittelmeer- und Balkanrouten zu verringern. UNHCR-Daten zeigen, dass Ende 2025 weltweit 117,8 Millionen Menschen zwangsweise vertrieben waren, eine Zahl, die „Europa zur Verantwortung rufen“ müsse, so die Organisationen. Für österreichische Arbeitgeber, die auf humanitäre Visa zur Deckung von Arbeitskräftemangel – besonders in Pflege und Logistik – angewiesen sind, könnten strengere Asylregeln zusätzliche bürokratische Hürden bedeuten. Berater für Umsiedlungen berichten, dass Aufenthaltskarten für anerkannte Flüchtlinge in manchen Bundesländern bereits bis zu sechs Monate dauern; weitere Verzögerungen würden die Einarbeitungspläne internationaler Fachkräfte erschweren. Die NGOs organisieren Informationsstände in Linz, Wels und Steyr und verteilen mehrsprachige Flyer an Pendler an Bahnhöfen. Sie laden Unternehmen ein, sich durch Corporate-Volunteering-Stunden und die Prüfung ihrer Lieferketten auf Zwangsarbeitsrisiken zu beteiligen. Der Kampagnen-Slogan „Solidarität ist ein Wirtschaftsfaktor“ stellt die Einhaltung von Menschenrechten als Imagevorteil für in Österreich ansässige Multinationale dar. Das Innenministerium hat bisher nicht reagiert, politische Analysten erwarten jedoch, dass das Thema Asyl die Herbstwahlkampagne prägen wird. Angesichts der gespaltenen öffentlichen Meinung zwischen Sicherheitsbedenken und humanitären Werten sollten Unternehmen, die grenzüberschreitend Talente bewegen, die Gesetzesentwürfe genau verfolgen und Pufferzeiten in ihre Transferpläne einbauen.
Quelle: MeinBezirk.at
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