
Das Gericht in Turin hat das italienische Außenministerium und das Ministerium für internationale Zusammenarbeit (MAECI) wegen indirekter Diskriminierung verurteilt, nachdem Tausende vorab zugelassene iranische Studierende im vergangenen Sommer keine Termine für Studienvisa erhalten konnten. Das Urteil, das am 12. Juni erging und am 15. Juni veröffentlicht wurde, stellte fest, dass das Ministerium den Online-Kalender von Visametric nur acht Tage lang – ohne vorherige Ankündigung – geöffnet hielt, wodurch über 3.400 iranische Staatsangehörige daran gehindert wurden, die engen Einschreibefristen der Universitäten einzuhalten. Belege der Vereinigung für juristische Studien zur Einwanderung (ASGI) zeigten, dass Antragsteller anderer Nationalitäten telefonisch oder persönlich ohne zeitliche Begrenzung Termine buchen konnten, während Iraner nur ein einziges, nicht angekündigtes digitales Zeitfenster hatten. Das Gericht befand, dass dies gegen Artikel 39 des italienischen Einwanderungsgesetzes verstößt, der gleichen Zugang zur Bildung garantiert, und ordnete an, dass MAECI der ASGI 7.500 Euro Schadensersatz zahlt und diskriminierungsfreie Buchungsverfahren einführt.
Warum das wichtig ist: Iran stellt die größte Gruppe nicht-EU-Studierender an italienischen Universitäten – jährlich über 3.000. Die Ingenieurfakultäten in Turin, Mailand und Bologna sind auf diese Einschreibungen angewiesen, um spezialisierte Masterstudiengänge zu besetzen. Das Urteil zwingt die Regierung daher, ihr stark zentralisiertes IT-Visa-System vor dem Studienjahr 2026/27 grundlegend zu überarbeiten. Praktische Folgen für globale Mobilitätsteams sind unter anderem, geförderte Studierende zu beraten, die Wiedereröffnung der Terminvergabe, die für Juli erwartet wird, genau zu beobachten und Notfallpläne (z. B. Fernimmatrikulation) vorzubereiten, falls technische Probleme weiterhin bestehen. Universitäten, die Austauschforscher im Rahmen von Unternehmens-F&E-Programmen aufnehmen, werden ebenfalls aufgefordert, institutionelle Unterstützung beim neuen Higher-Education Visa Desk von MAECI zu suchen, der Anfang dieses Jahres eingerichtet wurde. Der Fall erinnert zudem daran, dass Digitalisierung zwar effizient ist, aber unbeabsichtigt Barrieren schaffen kann, wenn sie nicht mit transparenten Ankündigungsfristen und alternativen Zugangswegen einhergeht. Mobilitätsmanager sollten ihre externen Terminvergabedienstleister dahingehend überprüfen, ob Service-Level-Agreements für alle Nationalitäten gleichwertig sind – ein Thema, das voraussichtlich in den kommenden EU-Diskussionen zur Richtlinie für externe Dienstleister eine Rolle spielen wird.
Warum das wichtig ist: Iran stellt die größte Gruppe nicht-EU-Studierender an italienischen Universitäten – jährlich über 3.000. Die Ingenieurfakultäten in Turin, Mailand und Bologna sind auf diese Einschreibungen angewiesen, um spezialisierte Masterstudiengänge zu besetzen. Das Urteil zwingt die Regierung daher, ihr stark zentralisiertes IT-Visa-System vor dem Studienjahr 2026/27 grundlegend zu überarbeiten. Praktische Folgen für globale Mobilitätsteams sind unter anderem, geförderte Studierende zu beraten, die Wiedereröffnung der Terminvergabe, die für Juli erwartet wird, genau zu beobachten und Notfallpläne (z. B. Fernimmatrikulation) vorzubereiten, falls technische Probleme weiterhin bestehen. Universitäten, die Austauschforscher im Rahmen von Unternehmens-F&E-Programmen aufnehmen, werden ebenfalls aufgefordert, institutionelle Unterstützung beim neuen Higher-Education Visa Desk von MAECI zu suchen, der Anfang dieses Jahres eingerichtet wurde. Der Fall erinnert zudem daran, dass Digitalisierung zwar effizient ist, aber unbeabsichtigt Barrieren schaffen kann, wenn sie nicht mit transparenten Ankündigungsfristen und alternativen Zugangswegen einhergeht. Mobilitätsmanager sollten ihre externen Terminvergabedienstleister dahingehend überprüfen, ob Service-Level-Agreements für alle Nationalitäten gleichwertig sind – ein Thema, das voraussichtlich in den kommenden EU-Diskussionen zur Richtlinie für externe Dienstleister eine Rolle spielen wird.
Quelle: Il Sole 24 Ore – NT+ Diritto
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