
Das einmalige Legalisierungsprogramm Spaniens – gestartet am 15. April und endend am 30. Juni – hat laut dem Ministerium für Inklusion rund 900.000 Anträge angezogen, fast doppelt so viele wie die von der Regierung prognostizierten 500.000. Bisher wurden 360.000 befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse genehmigt, die ein Jahr gültig sind und verlängert werden können, sofern der Inhaber weiterhin beschäftigt ist und keine Straftaten begeht. Das von den Koalitionspartnern und Gewerkschaften unterstützte Programm richtet sich an undokumentierte Migranten, die einen ununterbrochenen Aufenthalt vor dem 1. Januar 2026 nachweisen können. Antragsteller müssen mindestens fünf Monate Aufenthalt und ein sauberes Führungszeugnis vorlegen. Erfolgreiche Bewerber erhalten uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt und eine Anmeldung im spanischen Sozialversicherungssystem. Für Arbeitgeber ist der Zustrom neuer, legal beschäftigter Arbeitskräfte eine willkommene Entlastung in Branchen mit akutem Fachkräftemangel – von der Gastronomie an der Mittelmeerküste bis hin zur Altenpflege in den Städten. Die Legalisierung verringert zudem Reputations- und finanzielle Risiken für Unternehmen, die zuvor versucht waren, Schwarzarbeiter einzustellen. Personalabteilungen müssen jedoch sicherstellen, dass die neuen Mitarbeiter die „arraigo extraordinario“-Karte besitzen und die Arbeitsverträge innerhalb von zehn Tagen über das RED-System registrieren. Oppositionsparteien kritisieren die Amnestie als Anreiz für illegale Migration und planen, das Dekret vor dem spanischen Verfassungsgericht anzufechten. Wirtschaftsverbände entgegnen, dass die Formalisierung der Arbeitskräfte die Sozialversicherungsbeiträge um geschätzte 1,4 Milliarden Euro jährlich steigern und die Mehrwertsteuereinnahmen erhöhen wird, da Migranten in die formelle Wirtschaft wechseln. Einwanderungsanwälte rechnen damit, dass die Gesamtzahl der Anträge bis zum Ablauf der Frist eine Million übersteigen wird, und raten zur zügigen Antragstellung; regionale Ämter in Madrid, Katalonien und Valencia berichten von Wartezeiten von bis zu acht Wochen für biometrische Termine.
Quelle: Brussels Signal