
Mit dem nahenden Stichtag des außergewöhnlichen Regularisierungsprogramms Spaniens am 30. Juni warnt Correos vor möglichem „Chaos“ in seinen 2.389 Filialen, sobald die persönlichen Schalter des Ministeriums schließen. Ab dem 1. Juli müssen alle verbleibenden Anträge – potenziell zehntausende – elektronisch über das digitale Erfassungssystem ORVE von Correos eingereicht werden. Gleichzeitig wird die bisherige Hotline des Ministeriums, die die Termine gestaffelt hat, eingestellt. Interne Unterlagen, die *El Debate* vorliegen, zeigen, dass bereits 900.000 Anträge eingereicht wurden – dreimal so viele wie ursprünglich prognostiziert. Die Leitung von Correos befürchtet, dass spontane Besuche die Mitarbeiter überfordern könnten, die vor allem in der Paketlogistik und nicht in der Bearbeitung von Einwanderungsdokumenten geschult sind. Die Regierung hat für die erweiterte öffentliche Dienstleistung von Correos über vier Jahre 3 Milliarden Euro bereitgestellt, doch die Gewerkschaften kritisieren, dass für Juli und August keine zusätzlichen Stellen genehmigt wurden. Für Arbeitgeber, die Antragsteller im neuen Arbeitspraktikumsprogramm unterstützen, bedeutet die Umstellung auf digitale Anträge, dass Personalabteilungen sicherstellen müssen, dass Vollmachten und polizeiliche Führungszeugnisse in der korrekten PDF-Reihenfolge hochgeladen werden – Fehler führen nun zu automatischen Ablehnungscodes ohne Möglichkeit zur persönlichen Nachbesserung. Einwanderungsanwälte raten Antragstellern, sofort ihre digitale ID *Cl@ve Permanente* zu erstellen, um Systemengpässe zu vermeiden. Der Fall verdeutlicht Spaniens zunehmend hybride Einwanderungsverwaltung, bei der öffentliche und private Stellen wie Correos als erste Anlaufstellen fungieren. Multinationale Unternehmen sollten ihre Onboarding-Zeiträume anpassen: Die Behörden haben drei Monate Zeit, um über jeden Antrag zu entscheiden, sodass erste Aufenthaltstitel möglicherweise erst im Oktober ausgestellt werden.
Quelle: El Debate