
Frankreich erlebte am Dienstag, den 23. Juni 2026, den heißesten Tag seiner Geschichte: Der nationale Thermoindex erreichte um 15:00 Uhr 29,6 °C, woraufhin die Behörden 54 Départements unter die höchste Hitzewarnstufe Rot setzten. Neben den gesundheitlichen Warnungen hatte die extreme Hitze sofortige Auswirkungen auf die Mobilität: Die SNCF verhängte auf mehreren Hochgeschwindigkeitsstrecken eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 160 km/h, um Gleisverformungen zu verhindern. Das Ministerium für ökologischen Wandel erlaubte eine vorübergehende Lockerung der Lenkzeiten für Lkw in der Nacht, um den Güterverkehr von den verstopften Tageszeiten zu verlagern. In der Île-de-France reduzierte die RATP die Taktfrequenz der Métro während der Hauptverkehrszeiten, um eine Überhitzung älterer Fahrzeuge zu vermeiden. Die Fluglotsen am Flughafen Orly forderten gestaffelte Abflugzeiten, um den Druck auf den Asphalt der Start- und Landebahnen zu verringern, der bei Temperaturen über 45 °C weich wird. Die Pariser Flughäfen hielten den Betrieb nahezu normal aufrecht, während einige regionale Start- und Landebahnen im Südwesten am Nachmittag zeitweise geschlossen wurden. Arbeitgeber, die Notfallpläne aktiviert hatten, organisierten für Außendienstmitarbeiter Homeoffice und rieten, nicht dringende Reisen zu verschieben. Umzugsunternehmen verschoben Transporte mit langen Fahrten, und mehrere globale Mobilitätsteams beriefen sich auf „Extremwetterklauseln“ in den Entsendungsrichtlinien, die es Mitarbeitern erlauben, Hotelübernachtungen zu verrechnen, wenn Zugrückfahrten ausfielen. Klimaforscher warnen, dass solche Hitzewellen künftig häufiger auftreten werden. Unternehmen mit vielen entsandten Mitarbeitern in Frankreich überprüfen daher ihre Unterkunftsstandards – etwa die verpflichtende Klimatisierung – und aktualisieren Evakuierungs- sowie medizinische Notfallpläne für Rotwarnphasen.
Quelle: TF1 Info