
Deutschland schloss sich am 24. Juni Frankreich, Spanien und Italien unter der beispiellosen „Rotzonen“-Hitzewarnung Europas an, mit Temperaturen von über 39 °C in Köln und 38 °C auf dem Vorfeld in München. Die Deutsche Bahn verhängte vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen auf wichtigen ICE-Strecken, um Gleisverformungen zu verhindern, während die Fluggesellschaften in Frankfurt und Düsseldorf vor Verzögerungen beim Bodenservice warnten, da das Bodenpersonal verpflichtende Trinkpausen einlegen muss. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass die Hitzeglocke bis zum 28. Juni anhält, was das Risiko von Gewittern erhöht, die weitere Verzögerungen verursachen könnten. Einige Bundesländer haben bereits Lkw-Fahrverbote auf Autobahnen gelockert, um nächtliche Logistikfahrten zu ermöglichen – eine Maßnahme, die von Expressfrachtunternehmen, die Automobilwerke beliefern, begrüßt wird. Für Geschäftsreisende stehen jetzt vor allem Gesundheitshinweise, flexible Ticketoptionen und die Echtzeitüberwachung wetterbedingter Geschwindigkeitsbeschränkungen im Schienenverkehr im Fokus. Arbeitgeber müssen zudem die Arbeitsschutzvorschriften beachten: Bei Temperaturen ab 35 °C sind Arbeiten im Freien zu reduzieren oder zu verlegen, was Bau- und Außendienst-Einsätze betrifft. Klimaforscher weisen darauf hin, dass Europa doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt, sodass solche extremen Hitzewellen und die damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen künftig zur Normalität werden dürften. Unternehmen mit großen mobilen Belegschaften sollten Hitzebelastungsfaktoren in ihre Risikoanalysen neben den üblichen Sicherheits- und Gesundheitsaspekten integrieren.
Quelle: Le Monde
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