
Aktuelle Daten des US-Außenministeriums zeigen, dass an allen fünf US-Konsulaten in Indien bis zum 31. Dezember 2026 keine regulären H-1B-Visainterview-Termine mehr verfügbar sind. Bewerber können frühestens Termine im Jahr 2027 buchen, trotz der Rekordzahl an Anträgen in diesem Jahr. Der Rückstau resultiert aus Personalmangel während der Pandemie und einem Anstieg der Anträge, da indische Tech-Unternehmen vor Inkrafttreten höherer Lohnstufenregelungen schnell eingereicht haben. Während Notfalltermine für Härtefälle bestehen, sind routinemäßige Verlängerungen und erstmalige Visastempelungen in Indien für die nächsten 18 Monate praktisch unmöglich. Indische IT-Dienstleister, die jährlich bis zu einem Viertel ihrer US-Mitarbeiter vor Ort austauschen, verlagern Teams bereits nach Kanada, Mexiko und Polen. Einige Arbeitgeber prüfen „Drittland“-Visastempelungen in Singapur oder Thailand, doch auch dort sind die Termine knapp. Einwanderungsberater empfehlen, H-1B-Verlängerungen frühzeitig zu beantragen und mit Remote-Arbeit in Indien zu planen, falls Mitarbeiter nach Heimaturlaub nicht in die USA zurückkehren können. Das indische Außenministerium hat das Thema bereits zweimal in Washington angesprochen, und ein gebührenpflichtiger Premium-Terminservice wird geprüft. Das neue US-Pilotprogramm für Visaverlängerungen gilt jedoch nur für Arbeitnehmer, die sich bereits in den USA aufhalten, und bringt keine Entlastung für in Indien ansässige Fachkräfte. Für die Mobilitätsplanung bedeutet das derzeit mindestens eine einjährige Verzögerung bei Neueinstellungen mit H-1B-Visum aus Indien. Praktischer Tipp: Alternative Einsatzstandorte wie Toronto oder Guadalajara in Betracht ziehen, wo indische Fachkräfte nordamerikanische Kunden betreuen können, während sie auf Termine für die Visastempelung 2027 warten.
Quelle: Times of Visa