
Das deutsche Bundesinnenministerium bestätigte am 26. Juni, dass die vorübergehenden Kontrollen an allen Landgrenzen, einschließlich der Übergänge zu Polen, mindestens bis zum 15. September 2026 bestehen bleiben. Die Verlängerung fällt mit dem Ferienansturm zusammen, weshalb das polnische Autofahrerportal AutoCentrum vor „realen Behinderungen“ ab Juli warnt. Im Rahmen der Maßnahme dürfen Bundespolizisten Fahrzeuge bis zu 30 km ins deutsche Hoheitsgebiet hinein anhalten, um Ausweise, Fahrzeugpapiere und Bargelddeklarationen zu überprüfen. Spediteure stehen vor komplexen Anforderungen, da die Kontrollen mit den deutschen Wochenend-Lkw-Fahrverboten und den polnischen Sommer-Lkw-Beschränkungen ab dem 26. Juni zusammenfallen. Polnische Verkehrsverbände schätzen, dass die Wartezeiten an den Grenzübergängen Świecko–Frankfurt (Oder) und Olszyna–Forst an Spitzentagen auf bis zu vier Stunden ansteigen könnten, was sich negativ auf Just-in-Time-Lieferungen von Fabriken in Posen und Breslau an deutsche Werke auswirkt. Einige Logistikunternehmen weichen auf die Ostsee-Fährverbindung (Świnoujście–Trelleborg–Travemünde) aus, um die Landgrenze zu umgehen. Reiseleiter sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, physische Reisepässe oder den polnischen Personalausweis (dowód osobisty) mitzuführen, da Deutschland die digitale ID mObywatel nicht anerkennt. Unternehmen, die hochwertige Waren transportieren, müssen sicherstellen, dass Bargeld und verbrauchsteuerpflichtige Waren ordnungsgemäß deklariert werden, um Bußgelder vor Ort zu vermeiden. Während Berlin die Kontrollen als notwendig erachtet, um Sekundärmigration einzudämmen, wird Warschau beim nächsten polnisch-deutschen Grenzarbeitskreis im August eine schrittweise Abschaffung der Maßnahmen anstreben.
Quelle: AutoCentrum.pl