
Travel & Tour World berichtet, dass sich die Verwirrung rund um die bevorstehende digitale Reisegenehmigung ETIAS für Europa am 27. Juni weiter verschärft und zu längeren Wartezeiten bei Terminen in den Schengen-Konsulaten in Abu Dhabi und Dubai führt. In sozialen Medien kursieren falsche Gerüchte, wonach Bürger der Golfstaaten nach dem Start von ETIAS im Jahr 2026 von Schengen-Visa befreit sein sollen. Tatsächlich genießen Emiratis bereits visafreien Zugang, doch ausländische Einwohner – darunter viele Inhaber indischer, philippinischer und nigerianischer Pässe – benötigen auch nach Einführung von ETIAS weiterhin reguläre Schengen-Visa. Diese Fehlinformation hat Tausende von Reisenden in den VAE dazu veranlasst, ihre Anträge aufzuschieben, nur um dann festzustellen, dass in der Hochsaison keine Termine mehr verfügbar sind. Das VFS Global-Zentrum in Dubai verzeichnet einen Anstieg der kurzfristigen Anfragen um 28 Prozent im Jahresvergleich, während das italienische Konsulat bis Mitte August keine „Walk-in“-Anträge für Geschäftsvisa mehr annimmt. Manager für Geschäftsreisen warnen, dass Mitarbeiter, die im Juli Verkaufsgespräche in Mailand und Frankfurt geplant haben, möglicherweise über Kundenstandorte auf dem Balkan oder in der Türkei umleiten müssen, da dort E-Visa schneller ausgestellt werden. Auch Fluggesellschaften spüren die Auswirkungen: Emirates hält einige Gruppenpreise für Europa-Reisen zurück, da Unternehmen nicht garantieren können, dass alle Delegationsmitglieder rechtzeitig Visa erhalten. Die Airline bietet an, Änderungsgebühren zu erlassen, wenn Passagiere mindestens 72 Stunden vor Abflug einen Nachweis über einen ausstehenden Schengen-Termin vorlegen – eine Maßnahme, um Buchungen zu sichern und Umsatzeinbußen zu vermeiden. Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung verlässlicher Visa-Informationen für die Planung globaler Mobilität. Bis ETIAS offiziell in Betrieb ist und sein Anwendungsbereich klar definiert wurde, sollten Arbeitgeber nicht visafreien Mitarbeitern empfehlen, Schengen-Visa mindestens acht Wochen im Voraus zu beantragen und, wenn möglich, regionale Meetings in ETIAS-freien Ländern zu planen.
Quelle: Travel & Tour World