
Die polnische Agentur für Innere Sicherheit (ABW) führte am 29. Juni, unterstützt von Einheiten der Grenzpolizei, koordinierte Morgendurchsuchungen in Warschau, Krakau, Breslau, Zakopane und Bydgoszcz durch. Dabei wurden neun ukrainische und zwei belarussische Staatsbürger festgenommen. Laut dem Sicherheitskoordinator der Regierung, Tomasz Siemoniak, soll die Gruppe bezahlte Demonstranten unter ukrainischen Flüchtlingen angeworben haben, um kremlfreundliche Narrative zu verbreiten. Allen elf Personen wurden sofortige Ausweisungsbefehle sowie zehnjährige Wiedereinreiseverbote für den Schengen-Raum erteilt. Die Aktion unterstreicht den zunehmenden Fokus auf feindliche Einflussnahme durch Migrantengemeinschaften. Den Ermittlungen zufolge begannen die Verdächtigen im Herbst 2025 mit der Organisation von Kundgebungen und boten den Teilnehmern Geld an. Die Finanzierung soll aus Russland stammen, und die Analyse verschlüsselter Nachrichtenverläufe brachte die Organisatoren mit früheren Desinformationskampagnen in Verbindung, die auf die polnisch-ukrainischen Beziehungen abzielten. Für Umsiedlungsteams bedeutet der Vorfall eine verstärkte Kontrolle der öffentlichen Aktivitäten von Ausländern. Personalabteilungen, die ukrainische Fachkräfte beschäftigen, sollten diese daran erinnern, ihre Aufenthaltsdokumente stets aktuell zu halten und behördliche Vorladungen umgehend zu melden. Arbeitgeber, die Firmenveranstaltungen mit politischem Hintergrund ausrichten, müssen möglicherweise Sicherheitsmeldungen gemäß dem polnischen Antiterrorgesetz von 2016 einreichen. Diplomatisch könnten die Ausweisungen Spannungen mit Kiew und Minsk hervorrufen, stärken jedoch Warschaus Haltung gegen russische Einmischung. Ähnliche Sicherheitsüberprüfungen sind künftig bei Visastellen und während Aufenthaltsgenehmigungsinterviews im Land zu erwarten, was die Bearbeitungszeiten in den kommenden Monaten verlängern könnte.
Quelle: Onet Wiadomości