
Reuters berichtet, dass die Trump-Regierung Kanada und Mexiko am 1. Juli darüber informieren wird, dass die USA keine Verlängerung des United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) wünschen. Dies löst einen zehnjährigen Überprüfungszyklus aus, der im schlimmsten Fall zum Auslaufen des Abkommens am 1. Juli 2036 führen könnte. Die Erklärung bedeutet nicht den sofortigen Austritt der USA, sondern startet jährliche Konsultationen gemäß der „Sunset-Klausel“ des Abkommens. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hat bereits eine dritte Verhandlungsrunde mit Mexiko für Ende Juli angesetzt, was Washingtons Absicht signalisiert, strengere Ursprungsregeln für die Automobilbranche und neue Schutzmaßnahmen gegen chinesische Umladungen durchzusetzen. Kanada, das bei den ersten Gesprächen außen vor blieb, sieht sich getrennten Streitigkeiten über den Zugang zum Milchmarkt und Vorschriften zur Alkoholkennzeichnung gegenüber. Für Fachkräfte im Bereich grenzüberschreitende Mobilität könnte die Unsicherheit über die Zukunft des Abkommens die Arbeitsmobilitätsregelungen wie die TN-Visa-Kategorie beeinträchtigen, die derzeit mehr als 100.000 kanadischen und mexikanischen Fachkräften die Arbeit in den USA ermöglicht. Obwohl der TN-Status nicht automatisch erlischt, falls das USMCA ausläuft, könnten künftige Verlängerungen und Einreiseverfahren zu politischen Verhandlungsmasse werden. Lieferkettenplaner sollten sich auf mögliche höhere Zölle oder Ursprungsprüfungen einstellen, die den Einsatz spezialisierter Techniker und kurzfristiger Projektteams zwischen den drei Ländern erschweren könnten. Unternehmen wird geraten, kritische Talentflüsse zu analysieren und alternative Visa-Strategien wie L-1-Intrakonzerngenehmigungen in Betracht zu ziehen. Die harte Haltung der Regierung dürfte auf Widerstand von US-Herstellern und Agrarexporteuren stoßen, die auf reibungslose Nord-Süd-Lieferketten angewiesen sind. Anhörungen im Kongress später in diesem Jahr werden zeigen, ob genügend parteiübergreifende Unterstützung besteht, um einen möglichen US-Austritt vor Ablauf der Sunset-Frist zu verhindern.
Quelle: Reuters (via Investing.com)
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