
Ein Bulletin vom 30. Juni des Fotodienstes VisaPics, das sich auf interne Memos des US-Außenministeriums stützt, skizziert bedeutende Änderungen bei der US-Passbearbeitung, die bis Anfang 2026 landesweit eingeführt werden sollen. Die Regierung stellt auf ein reines Terminvergabesystem in regionalen Behörden um, verschärft die Voraussetzungen für beschleunigte Verfahren und führt erweiterte biometrische Überprüfungen ein. Wichtige Neuerungen sind: 1) verpflichtende Online-Terminvereinbarung bei reduzierter Kapazität für spontane Vorsprachen; 2) längere reguläre Bearbeitungszeiten, ausgeglichen durch eine begrenzte, bedarfsorientierte Express-Warteschlange; 3) zusätzliche Dokumentationspflichten für Minderjährige und Antragsteller, die eine Bearbeitung am selben Tag wünschen; sowie 4) digitale Status-Updates in Echtzeit, die die bisherigen Anfragen über Callcenter ersetzen. Für Firmenreisemanagement bedeutet dies vor allem bei kurzfristigen internationalen Einsätzen eine unmittelbare Herausforderung. Mitarbeiter müssen mindestens sechs Monate vor Abreise ihren Antrag stellen, und „Lebens- oder Todes“-Ausnahmen erfordern Nachweise wie ärztliche Atteste oder verbindliche Verträge. Unternehmen sollten ihre Reise-Risikopolitik überprüfen und erwägen, einen Pool von Mitarbeitern mit mindestens neun Monaten Passgültigkeit vorzuhalten. Die Umstellung steht auch im Einklang mit dem breiteren Vorstoß des Außenministeriums hin zu biometrischer Sicherheit. Antragsteller müssen mit Fingerabdruck- oder Gesichtserkennungsscans in den Außenstellen rechnen – ein Schritt, der die Passausstellung mit den Trusted Traveler-Datenbanken des Heimatschutzministeriums (DHS) verknüpfen könnte, was die Anmeldung für Global Entry erleichtert, aber auch Datenschutzfragen aufwirft. Obwohl die Standardgebühren vorerst unverändert bleiben, erwarten Branchenexperten höhere Kosten für die Bearbeitung am selben Tag, sobald sich der Terminrückstau erhöht. Interessengruppen setzen sich für eine arbeitgeberfinanzierte „geschäftskritische“ Kategorie ein, ähnlich der dringenden Geschäftspasslinie in Kanada.
Quelle: VisaPics
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