
Das neueste Dashboard des Innenministeriums, veröffentlicht am 1. Juli, zeigt, dass zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 insgesamt 12.138 Menschen auf irregulärem Weg nach Spanien eingereist sind – ein deutlicher Rückgang von 32,5 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025. Den stärksten Rückgang verzeichnete die gefährliche Atlantikroute zu den Kanarischen Inseln, wo die Ankünfte um 67 % zurückgingen. Auch die maritimen Abfangaktionen vor Andalusien und den Balearen nahmen ab, wenn auch in geringerem Maße. Die Daten deuten darauf hin, dass gemeinsame Patrouillen mit Senegal und Mauretanien sowie der verstärkte Einsatz von von Frontex bereitgestellten Überwachungsdrohnen Abschreckungseffekte an der Westküste Afrikas erzielen. Gleichzeitig stiegen die Landzugänge nach Ceuta um 164 %, da Migranten die verstärkten Grenzzäune testeten oder kurze Strecken von marokkanischen Stränden schwimmend überwanden. Innenministeriumsvertreter betonen, dass die Gesamtzahlen weiterhin „überschaubar“ bleiben und bisher etwa 6 % aller Auslandszugänge nach Spanien ausmachen. Für die Verantwortlichen der Umsiedlungsprogramme bedeuten die Zahlen weniger spektakuläre Rettungseinsätze – und damit weniger kurzfristige Störungen bei Fähr- oder Flugverbindungen entlang der Atlantikküste. Die Zunahme in Ceuta wirft jedoch Fragen zur Sicherheitskontrolle am Grenzübergang Tarajal auf, der gelegentlich von Geschäftsreisenden auf dem Weg zu den Freihandelszonen in Tanger genutzt wird. Migrationsanwälte warnen zudem, dass die geringeren Ankunftszahlen die Rückstände bei Asyl- und humanitären Verfahren nicht verringern. Unternehmen, die Arbeitskräfte aus Flüchtlingsländern beschäftigen, sollten weiterhin die Bearbeitungszeiten im Blick behalten, die trotz des Rückgangs der Bootsankünfte im Schnitt noch immer neun Monate für Erstgespräche betragen.
Quelle: Agencia EFE