
Die wichtigsten touristischen Einfallstore Spaniens erlebten am 30. Juni erneut Staus, nachdem es zu zeitweisen Ausfällen des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU gekommen war. Laut IT-Mitarbeitern der Flughäfen, die von der Technikseite Golem.de zitiert wurden, konnten die biometrischen Kioske am Flughafen Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat zwischen 08:00 und 11:30 Uhr zeitweise keine Synchronisation mit der zentralen Datenbank herstellen. Dies zwang die Polizei dazu, bei Nicht-EU-Ankömmlingen wieder auf manuelle Stempel zurückzugreifen. Reisende berichteten von Wartezeiten von über 90 Minuten am Terminal 4 in Barajas. Fluggesellschaften warnten, dass enge Anschlusszeiten während der Systemeinführung „nicht mehr realistisch“ seien – eine Kritik, die sie bereits im Mai geäußert hatten, als Ryanair die Mitgliedstaaten aufforderte, die Einführung bis September auszusetzen. Das spanische Innenministerium erklärte, die Störungen seien auf ein über Nacht von eu-LISA, der für das Projekt zuständigen EU-Agentur, aufgespieltes Software-Update zurückzuführen. Ein Rollback habe bis zum Mittag die Stabilität wiederhergestellt. Dennoch bleiben Notfallpläne für das erste „Operación Salida“-Wochenende bestehen, mit zusätzlichen Polizeischichten und 60 mobilen Passkontrollstellen, die bei Bedarf eingesetzt werden können. Geschäftsreisende ohne EU-Pass sollten diese Woche mit zusätzlichen 30 bis 45 Minuten für die Grenzkontrolle rechnen. Unternehmen, die enge Termine am selben Tag planen, wird empfohlen, ihre Mitarbeiter über regionale Flughäfen wie Valencia oder Bilbao zu leiten, wo der EES-Verkehr geringer ist. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Bedenken, dass die technische Einsatzbereitschaft hinter dem Sommeransturm zurückbleibt – ein Risiko, das sich auf den gesamten Schengen-Raum auswirken könnte, wenn die Probleme nicht schnell behoben werden.
Quelle: Golem.de
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