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Regierung steht vor Dreimonatsmarathon zur Bearbeitung von einer Million Legalisierungsanträge

Juli 2, 2026
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Regierung steht vor Dreimonatsmarathon zur Bearbeitung von einer Million Legalisierungsanträge
Nach dem Ende der Antragsfrist bestätigte das spanische Ministerium für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration am 1. Juli, dass über eine Million Anträge auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis im Rahmen der im April gestarteten außergewöhnlichen Regularisierung eingegangen sind. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete das Programm als „rechtlich, sicher und geordnet“ und verwies auf Spaniens schrumpfende Erwerbsbevölkerung und alternde Gesellschaft. Ohne anhaltende Zuwanderung könnte das Land bis 2050 fast ein Fünftel seines BIP verlieren. Die Behörden haben nun eine gesetzliche Frist von 90 Tagen – bis zum 30. September – um jeden Antrag zu bewilligen oder abzulehnen. Um dies zu schaffen, wurden Mitarbeiter aus weniger ausgelasteten Abteilungen umverteilt, Überstunden genehmigt und KI-gestützte Dokumentenprüfungs-Tools auf der Online-Plattform Mercurio eingesetzt. Die Regierung kündigte zudem einen 500-Millionen-Euro-„Integrations- und Staatsbürgerschaftsplan“ an, der Sprachkurse, Qualifizierungsmaßnahmen und Unterstützung bei lokalen Dienstleistungen umfasst, damit neue Bewohner schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Für Arbeitgeber ist der enge Zeitplan sowohl eine Chance als auch ein Risiko. Eine zügige Bearbeitung könnte es Unternehmen ermöglichen, im vierten Quartal 2026 Arbeitsverträge zu formalisieren – rechtzeitig zum Weihnachtstourismus. Gleichzeitig müssen Personalabteilungen sicherstellen, dass die Beschäftigten korrekt bei der Sozialversicherung angemeldet sind; andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 10.000 Euro pro Arbeitnehmer im Rahmen der spanischen Arbeitsaufsicht. NGOs begrüßen überwiegend den Fokus auf Schnelligkeit, warnen jedoch davor, dass bei einer späten Ablehnung vieler Anträge die Betroffenen über Nacht wieder in die Illegalität abrutschen könnten. Rechtshilfegruppen fordern daher Unternehmen, die auf Migrantenarbeit angewiesen sind, auf, Berufungen mitzufinanzieren oder vorübergehende Unterstützungsangebote bereitzustellen, damit potenzielle Arbeitnehmer während der Prüfung ihrer Fälle legal in Spanien bleiben können. Über die unmittelbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hinaus wird Spaniens Umgang mit der Regularisierung in Brüssel genau beobachtet. Andere EU-Staaten mit Arbeitskräftemangel – insbesondere Italien und Portugal – könnten Elemente des Madrider Modells übernehmen, falls die 90-Tage-Frist administrativ umsetzbar ist.
Quelle: Le Monde (English edition)

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