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Neuer Erlass legt Kaution von 4.938 € für Asylsuchende fest, um Haft in italienischen Grenzzentren zu vermeiden

Juli 2, 2026
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Neuer Erlass legt Kaution von 4.938 € für Asylsuchende fest, um Haft in italienischen Grenzzentren zu vermeiden
Ein von Innenminister Matteo Piantedosi unterzeichneter Erlass, veröffentlicht in der Ausgabe der Gazzetta Ufficiale vom 1. Juli, verlangt von bestimmten Asylbewerbern eine finanzielle Bürgschaft in Höhe von 4.938 €, wenn sie während beschleunigter Grenzverfahren auf freiem Fuß bleiben wollen. Die Maßnahme gilt für Antragsteller aus als „sicher“ eingestuften Ländern, die ohne gültige Reisedokumente ankommen. Wer die Kaution nicht hinterlegen kann, wird bis zu vier Wochen in einem CPR (Centre for Pre-Removal) an oder nahe der Außengrenze festgehalten. Die Regierung argumentiert, die Bürgschaft solle unbegründete Anträge verhindern und Rückführungen beschleunigen, während Kritiker aus der Opposition von einem „klassistischen und unmenschlichen Lösegeld“ sprechen. Laut Erlass muss die Bürgschaft persönlich geleistet werden (Zahlungen durch Dritte sind verboten) und erfolgt über eine Bank oder Versicherung; bei Flucht des Antragstellers verfällt die Kaution. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass der Europäische Gerichtshof 2020 ein ähnliches ungarisches Modell für unvereinbar mit EU-Recht erklärt hat, was Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Erlasses aufwirft. Arbeitgeber, die Drittstaatsangehörige über das Decreto Flussi einstellen wollen, sollten sicherstellen, dass die Beschäftigten mit gültigen Pässen und Einreisevisa reisen, da an der Grenze abgefangene Personen mit Pflichtinhaftierung oder hohen Kosten rechnen müssen. Unternehmen, die humanitäre oder sozialverantwortliche Programme für Geflüchtete fördern, müssen ihre Budgets neu kalkulieren: Die Übernahme der Bürgschaft für Begünstigte ist verboten, jedoch können Mittel für Rechtsberatung oder Wohnraum nach der Anerkennung des Flüchtlingsstatus umgeleitet werden.
Quelle: La Sicilia

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