
Italien steuert auf einen von den Gewerkschaften selbst als „luglio di passione“ bezeichneten Juli zu – einen Monat voller nationaler und lokaler Streiks, die Flug-, Bahn-, U-Bahn- und Busverbindungen im ganzen Land beeinträchtigen werden. Am 1. Juli veröffentlichte Sky TG24 den vom Verkehrsministerium bestätigten Streikplan, der Geschäftsreisenden und Mobilitätsmanagern eine letzte Gelegenheit bietet, ihre Reisepläne anzupassen. Der wohl störendste Tag wird der 5. Juli sein: An diesem Tag legen die easyJet-Piloten und das Kabinenpersonal für 24 Stunden die Arbeit nieder, was mit Streiks beim Flughafenpersonal und einem ganztägigen Ausstand der ENAV-Flugsicherungsmitarbeiter am Flughafen Mailand-Malpensa zusammenfällt. Auch das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Rom-Fiumicino und Ciampino wird von 8 bis 18 Uhr streiken. Trotz Mindestservicegarantien sagen Fluggesellschaften bereits Flüge ab und warnen vor knappen Umbuchungsmöglichkeiten, da die Schulferien die Auslastung auf über 90 Prozent steigen lassen. Bahnreisende müssen mit einem Streik bei Mercitalia Shunting & Terminal von 21 Uhr am 6. Juli bis 21 Uhr am 7. Juli rechnen, gefolgt von regionalen Ausständen in Palermo (7. Juli), Florenz (5. Juli) und Neapel (14. Juli). Im Nahverkehr verteilen sich weitere Streiks über den Monat, darunter 24-Stunden-Aktionen in Catania (6. Juli) und Latina (20. Juli), die Pendlerstrecken, die häufig von entsandten Mitarbeitern genutzt werden, erheblich beeinträchtigen dürften. Für betriebliche Mobilitätsprogramme steht jetzt vor allem die Kommunikation mit den Reisenden im Vordergrund. Experten empfehlen: 1) Risikodaten in Buchungssystemen kennzeichnen, sodass Mitarbeiter ohne Managerfreigabe keine Tickets buchen können; 2) Hotelkontingente in der Nähe wichtiger Verkehrsknotenpunkte sichern, um gestrandete Reisende unterzubringen; und 3) Bahnplatzreservierungen überprüfen – trenitalia.com zeigt bereits zahlreiche „ausverkauft“-Hinweise bei streiknahen Verbindungen. Nach italienischem Recht müssen Fluggesellschaften bei Flugausfällen, die mehr als 14 Tage im Voraus angekündigt werden, Umbuchungen oder Rückerstattungen anbieten. Die komplexe, von mehreren Akteuren getragene Streiksituation schafft jedoch Grauzonen. Reiseversicherer haben begonnen, Klauseln einzuführen, die den Versicherungsschutz ausschließen, wenn Passagiere Flüge buchen, die im offiziellen Streikplan bereits als risikobehaftet markiert sind. Ein proaktives Management der Reiserouten in den ersten Julitagen wird daher entscheidend sein, um Kosten und Frustration bei den Mitarbeitern in Grenzen zu halten.
Quelle: Sky TG24
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