
Da chinesische Freizeit- und Geschäftsreisende bis zum 31. Dezember 2026 vorübergehend visafrei einreisen können, hat das brasilianische Tourismusministerium am 3. Juli die Gelegenheit institutionalisiert. Minister Gustavo Feliciano unterzeichnete eine Portaria zur Einrichtung der Brasilien-China-Tourismus-Arbeitsgruppe, die Besucherprofile analysieren, Dienstleister schulen und die Konnektivität verbessern soll. China war vor der Pandemie der neuntgrößte Fernreisemarkt Brasiliens, macht aber mit weniger als 70.000 jährlichen Ankünften nur einen Bruchteil der Besucherzahlen von Thailand oder Dubai aus. Feliciano will diese Zahl innerhalb von zwei Jahren verdreifachen, indem Embratur-Promotions mit Anreizen zur Entwicklung von Flugrouten koordiniert werden. Gespräche mit China Southern und Azul über eine Guangzhou–São Paulo-Verbindung über Lissabon laufen bereits. Wichtige Maßnahmen sind Pilotprojekte mit Mandarin-Beschilderungen in Rios wichtigsten Museen, ein WeChat-Mini-Programm mit Updates zur Wiedereinführung des E-Visums sowie gemeinsame Studien zu Zahlungspräferenzen, um die Akzeptanz von UnionPay und Alipay in kleineren Städten zu beschleunigen. Für Unternehmen könnte die Visafreiheit in Kombination mit dem MICE-Unterausschuss der Arbeitsgruppe Brasilien im Wettbewerb um chinesische Anreize im Automobilsektor und Pharma-Kongresse stärken, die bisher meist in Singapur oder München stattfinden. Beteiligte warnen jedoch, dass die Flugkapazitäten weiterhin der Engpass sind: Brasilien verfügt derzeit nur über drei wöchentliche Direktflüge von Festlandchina (Beijing–Madrid–São Paulo mit Air China). Das Ministerium kündigt an, bis September Ziele für Sitzplatzkapazitäten und mögliche Zuschüsse aus dem Tourismusfonds bekanntzugeben.
Quelle: PANROTAS