
Die polnische Grenzpolizei hat bestätigt, dass in den frühen Morgenstunden des Samstags, 4. Juli, 54 Ausländer – darunter 15 Afghanen, 12 Syrer, 9 Iraker sowie kleinere Gruppen aus dem Iran, Eritrea, Somalia und Kuba – in einem mit Vorhängen versehenen Lkw abgefangen wurden, der von Litauen kommend am Frachtterminal Budzisko/Szewczyny nach Polen einfuhr. Die Beamten wurden misstrauisch, als der polnisch zugelassene Fahrer unvollständige CMR-Frachtbriefe vorlegte. Ein vor Ort eingesetztes mobiles Röntgengerät zeigte Dutzende von Wärmesignaturen im Anhänger, was eine vollständige Durchsuchung zur Folge hatte. Keiner der Migranten besaß Reisedokumente oder Visa, die eine legale Einreise in den Schengen-Raum erlauben würden. Die Gruppe wurde zur Identifikation, medizinischen Untersuchung und zur Ausstellung von Rückkehrbescheiden gemäß dem EU-Rückübernahmeabkommen mit Litauen zu einer Grenzschutzstelle in Rutka-Tartak gebracht. Erste Befragungen ergaben, dass die Gruppe über die sogenannte „Baltische Route“ gereist war, zunächst mit russischen Touristenvisa nach Moskau oder Minsk geflogen und anschließend bis zu 3.000 Euro pro Person an Schleuser gezahlt hatte, die den Straßentransport nach Polen und die Weiterreise nach Deutschland oder in die Niederlande versprachen. Für Unternehmen, die Personal oder wertvolle Fracht über die polnisch-litauische Grenze transportieren, ist der Vorfall eine Erinnerung daran, dass die seit 2025 von Warschau wiedereingeführten temporären Schengen-Binnengrenzkontrollen, die kürzlich bis zum 1. Oktober 2026 verlängert wurden, weiterhin gelten. Spediteure sollten mit längeren Kontrollzeiten und möglichen Stichprobenkontrollen rechnen, insbesondere bei Vorhangplanen-Lkw und Containerverkehr. Arbeitgeber, die Fahrer auf dieser Strecke einsetzen, sollten sie über die Dokumentenprüfungsprotokolle und die strengen Strafen bei vorsätzlichem Transport irregulärer Migranten (bis zu 60.000 PLN und Führerscheinentzug) informieren. Obwohl die Zahl der illegalen Grenzübertritte an Polens Ostgrenze seit 2025 stark zurückgegangen ist, zeigt die heutige Festnahme, dass Schleuser die Schengen-Binnengrenze weiterhin ausloten. Mobilitätsmanager sollten Pufferzeiten in Lieferplänen einplanen und die Mitteilungen der Grenzpolizei verfolgen, die nun auch auf Englisch für Firmenkunden veröffentlicht werden.