
In einer Mitternachtskolumne vom 5. Juli beleuchtet *El Independiente*, wie die spanische Oppositionspartei Partido Popular (PP) zwei sehr unterschiedliche Mobilitätsfragen miteinander verknüpft: die Bereitschaft des Obersten Gerichtshofs, die Verfassungsmäßigkeit des Regularisierungsdekrets vom April zu hinterfragen, und das sogenannte „Ley de Nietos“, das die Staatsbürgerschaft auf Nachkommen spanischer Exilanten ausweitet. Strategen der PP sehen in beiden Maßnahmen eine „Wahlmanipulation“ der Regierung Sánchez, die potenziell Millionen neuer Wähler gewinnen könnte. Der Artikel berichtet von langen Warteschlangen vor dem spanischen Konsulat in Havanna, da Antragsteller über den Abstammungsweg Pässe beantragen, was die konsularischen Kapazitäten belastet und die Terminvergabe für Geschäftsvisa erschwert. Für globale Mobilitätsteams, die Mitarbeiter nach oder aus Lateinamerika versetzen, könnte die Politisierung der konsularischen Dienste längere Bearbeitungszeiten für Arbeitserlaubnisse und Hintergrundprüfungen bedeuten. Das Außenministerium hat bereits Mitarbeiter von den Visastellen abgezogen, um Staatsbürgerschaftsanträge zu bearbeiten, was die täglichen Terminplätze in Mexiko-Stadt, Buenos Aires und Caracas reduziert. Anwaltskanzleien erwarten, dass der Oberste Gerichtshof bis Jahresende entscheidet, ob sowohl die Regularisierungs- als auch die Staatsbürgerschaftsregelungen dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden, da mögliche Konflikte mit der Schengen-Visapolitik und dem EU-Recht für Langzeitaufenthalte bestehen. Bis dahin sollten Unternehmen mit schwankenden Bearbeitungszeiten bei spanischen Konsulaten in Amerika rechnen und Pufferzeiten bei der Planung von Einsatzbeginn für Entsandte einplanen.
Quelle: El Independiente