
Spaniens bahnbrechende Massenregularisierung von undokumentierten Migranten, die am 14. April 2026 per königlichem Dekret verabschiedet wurde, steht vor ihrer ersten großen juristischen Hürde. Die Verwaltungsabteilung des Obersten Gerichtshofs prüft mehrere Klagen der Regionen Aragón und Valencia. Letzte Woche erwogen die Richter, Vorabentscheidungsfragen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) zu stellen. Sie wollen klären lassen, ob zwei zusätzliche Bestimmungen – die es abgelehnten Asylbewerbern ermöglichen, über das *arraigo* eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, und die Anordnung zur Einstellung vieler Abschiebungsverfahren – mit dem EU-Pakt für Migration und Asyl 2024 in Konflikt stehen.
In einer 56-seitigen Stellungnahme, die am 3. Juli eingereicht wurde, forderte die Staatsanwaltschaft den Obersten Gerichtshof auf, das Verfahren auszusetzen. Die Anwälte argumentieren, dass das EU-Recht den Mitgliedstaaten ausdrücklich erlaubt, aus humanitären oder sozioökonomischen Gründen außergewöhnliche Aufenthaltserlaubnisse zu erteilen, und dass Spanien das Prinzip der loyalen Zusammenarbeit eingehalten habe. Eine Vorlage an den EuGH sei „offensichtlich verfrüht“ und könnte von den Luxemburger Richtern wegen mangelnder Reife abgelehnt werden.
Hinter dem Verfahrensstreit steht ein Programm von beispiellosem Umfang. Bis zum 1. Juli hatte das Ministerium für Integration 1,17 Millionen Anträge erhalten und bereits über 600.000 einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse genehmigt. Die Mehrheit der Begünstigten arbeitet in der Landwirtschaft, im Gastgewerbe und in der Hausarbeit – Branchen, in denen Arbeitgeber über chronischen Arbeitskräftemangel klagen.
Für Unternehmen und Mobilitätsmanager ist die rechtliche Unsicherheit erheblich. Sollte der EuGH Teile des Dekrets letztlich für ungültig erklären, könnten Tausende neu eingestellte Arbeitskräfte wieder in einen irregulären Status fallen, was Lohnabrechnungen und Compliance gefährden würde. Personalabteilungen wird daher geraten, Sozialversicherungsanmeldungen schnell abzuschließen, alle Regularisierungsbelege aufzubewahren und die nächsten Schritte des Obersten Gerichtshofs genau zu verfolgen – eine Anhörung wird nach der Sommerpause erwartet.
Politisch verdeutlicht der Konflikt, wie stark Spaniens vergleichsweise liberale Migrationspolitik von der härteren Linie vieler EU-Hauptstädte abweicht. Während die Regierung betont, die Regularisierung sei notwendig, um die Schattenwirtschaft zu bekämpfen, werfen die klagenden Regionen Madrid vor, einen Anziehungspunkt für weitere irreguläre Zuwanderung zu schaffen. Der Oberste Gerichtshof muss nun entscheiden, ob er ein europaweites Präzedenzurteil riskiert oder den Streit auf nationaler Ebene hält.
In einer 56-seitigen Stellungnahme, die am 3. Juli eingereicht wurde, forderte die Staatsanwaltschaft den Obersten Gerichtshof auf, das Verfahren auszusetzen. Die Anwälte argumentieren, dass das EU-Recht den Mitgliedstaaten ausdrücklich erlaubt, aus humanitären oder sozioökonomischen Gründen außergewöhnliche Aufenthaltserlaubnisse zu erteilen, und dass Spanien das Prinzip der loyalen Zusammenarbeit eingehalten habe. Eine Vorlage an den EuGH sei „offensichtlich verfrüht“ und könnte von den Luxemburger Richtern wegen mangelnder Reife abgelehnt werden.
Hinter dem Verfahrensstreit steht ein Programm von beispiellosem Umfang. Bis zum 1. Juli hatte das Ministerium für Integration 1,17 Millionen Anträge erhalten und bereits über 600.000 einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse genehmigt. Die Mehrheit der Begünstigten arbeitet in der Landwirtschaft, im Gastgewerbe und in der Hausarbeit – Branchen, in denen Arbeitgeber über chronischen Arbeitskräftemangel klagen.
Für Unternehmen und Mobilitätsmanager ist die rechtliche Unsicherheit erheblich. Sollte der EuGH Teile des Dekrets letztlich für ungültig erklären, könnten Tausende neu eingestellte Arbeitskräfte wieder in einen irregulären Status fallen, was Lohnabrechnungen und Compliance gefährden würde. Personalabteilungen wird daher geraten, Sozialversicherungsanmeldungen schnell abzuschließen, alle Regularisierungsbelege aufzubewahren und die nächsten Schritte des Obersten Gerichtshofs genau zu verfolgen – eine Anhörung wird nach der Sommerpause erwartet.
Politisch verdeutlicht der Konflikt, wie stark Spaniens vergleichsweise liberale Migrationspolitik von der härteren Linie vieler EU-Hauptstädte abweicht. Während die Regierung betont, die Regularisierung sei notwendig, um die Schattenwirtschaft zu bekämpfen, werfen die klagenden Regionen Madrid vor, einen Anziehungspunkt für weitere irreguläre Zuwanderung zu schaffen. Der Oberste Gerichtshof muss nun entscheiden, ob er ein europaweites Präzedenzurteil riskiert oder den Streit auf nationaler Ebene hält.
Quelle: El País
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Spanien.Mehr von Spanien
Alle anzeigen
„Operación Salida“ startet: 4,8 Millionen Urlaubsreisen belasten Spaniens Straßen, Schienen und Flughäfen
Spanien gibt orangefarbene Hitzewarnung heraus: 42 °C erwartet – Reise- und Außenarbeiten gefährdet