
Ein schnell um sich greifendes Waldfeuer, das am späten 4. Juli in der Nähe von Saint-Laurent-de-Cerdans ausbrach, hatte bis Sonntagabend bereits fast 1.000 Hektar Fläche erfasst, berichtet die Regionalzeitung La Dépêche. Böige Tramontane-Winde und Temperaturen über 37 °C erschwerten den Einsatz von fast 500 Feuerwehrleuten und sechs Canadair-Flugzeugen. Die RN 115 sowie mehrere Départementstraßen, die Perpignan mit der spanischen Grenze verbinden, wurden gesperrt, und die SNCF setzte als Vorsichtsmaßnahme die TER-Linie zwischen Céret und Figueres aus. Die Unterbrechung des grenzüberschreitenden Verkehrs trifft Hersteller, die auf Just-in-Time-Lieferungen über den Perthus-Korridor angewiesen sind. Das spanische Logistikunternehmen Sesé schätzt, dass Umleitungen über die A64 die Fahrzeit für Lkw in Richtung Norden um zwei Stunden verlängern. Reisebusse zwischen Barcelona und Toulouse wurden über Andorra umgeleitet, was die Fahrzeit um 90 Minuten erhöhte. Die Präfektur ordnete die Evakuierung von zwei Ferienlagern an und warnte Wanderer davor, das Massif du Vallespir zu betreten. Das Feuer verdeutlicht die Sorge, dass durch Dürre begünstigte Waldbrände die Mobilität in den französisch-spanischen Grenzregionen den ganzen Sommer über erschweren könnten. Unternehmen mit Lieferketten oder mobilem Personal in der Region sollten die Warnungen der Präfektur (über das FR-Alert-Mobilfunksystem) aufmerksam verfolgen und alternative Straßen- und Schienenwege planen. Versicherungsexperten raten, die Policen auf Klauseln zu prüfen, die Verzögerungen durch Waldbrände abdecken.
Quelle: La DéPêche