
SNCF-Chef Jean Castex erklärte heute Morgen bei France Inter, dass der Bahnbetreiber „alle Werkstätten mobilisiert“ habe, um die Klimaanlagen der Züge, Oberleitungen und Gleisinfrastruktur vor dem ersten großen Reisewochenende zu überprüfen. Ab dem 6. Juli wird in Frankreich eine neue Hitzewelle erwartet, was Befürchtungen über Gleisverformungen und Ausfälle an Bordtechnik weckt – Probleme, die in der vergangenen Woche bei 33.000 Fahrgästen zu Verspätungen von mehr als drei Stunden führten. Das Unternehmen hat bereits mehrere TGV-Züge vorsorglich aus dem Verkehr gezogen und die Überwachungsteams entlang der Gleise in Regionen mit erwarteten Temperaturen über 38 °C verdoppelt. Dennoch räumte Castex ein, dass er „keine 100%ige Garantie“ für einen durchgehenden Betrieb geben könne, falls die Temperaturen die Auslegungstoleranzen überschreiten. Besonders betroffen ist der Intercités-Verkehr, dessen Modernisierungsprogramm noch läuft und der damit am anfälligsten ist. Für Mobilitätsplaner in Unternehmen bedeutet die Warnung, mögliche Zugausfälle bei Pendlerzuschüssen und Dienstantrittsterminen zu berücksichtigen – vor allem für Mitarbeiter, die in den Südosten und an die Mittelmeerküste versetzt werden. Reisebüros empfehlen, Fahrten am Morgen zu buchen, wenn die Gleise noch kühler sind, und flexible Tickets zu wählen. Der Vorfall zeigt zudem die zunehmende Wechselwirkung zwischen klimabedingten Extremereignissen und der Resilienz der Mobilität. Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen, die Bahnreisen gegenüber Flugreisen bevorzugen, müssen nun ihre CO2-Ziele mit der Fürsorgepflicht in Einklang bringen und die Bedeutung multimodaler Notfallpläne verstärkt berücksichtigen.
Quelle: Anadolu Agency
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