
Reuters-Bericht, veröffentlicht in der italienischen Tageszeitung Internazionale, liefert weitere Details zum Gesetzentwurf der Brüder Italiens, der die Rückführung aller Nicht-EU-Ausländer vorsieht, die zu mehr als 12 Monaten Haft verurteilt wurden. Die migrationspolitische Sprecherin der Partei, Sara Kelany, erklärte gegenüber Journalisten, dass Richter nur eingeschränkten Ermessensspielraum bei der Aussetzung von Abschiebungsanordnungen hätten, und zwar nur in Fällen, in denen die Abschiebung gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstoßen würde. Der Gesetzentwurf erweitert zudem bestehende Anti-Terror-Vorschriften, um den Entzug der Staatsbürgerschaft bei Mord, Entführung und mafiösen Straftaten zu ermöglichen – ein Zugeständnis an den Druck der neuen rechtsextremen Bewegung Futuro Nazionale vor den Parlamentswahlen 2027. Unternehmensberater im Bereich Migration warnen, dass das Gesetz, falls es verabschiedet wird, eine zusätzliche Sorgfaltsprüfung bei der Personalbeschaffung und langfristigen Einsatzplanung erfordert: Anbieter von Hintergrundprüfungen müssen künftig auch relativ geringfügige Anklagen melden, die bei einer Verurteilung mit Freiheitsstrafe den Aufenthaltsstatus gefährden könnten. Diplomatische Quellen weisen darauf hin, dass Italien Rückführungsabkommen mit mindestens 20 Drittstaaten aushandeln muss – ein zeitaufwändiger Prozess, der die praktische Umsetzung weit über den politischen Zeitplan hinaus verzögern könnte. Bis diese Abkommen abgeschlossen sind, bleiben Abschiebungen größtenteils theoretisch, doch Personalabteilungen sollten jetzt mit der Szenarienplanung beginnen.
Quelle: Reuters / Internazionale
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