
Nach monatelanger Vorbereitung steht das Meloni-Kabinett kurz davor, den lang erwarteten „Decreto Flussi“ für 2026-2028 zu verabschieden, der eine historische Obergrenze von 500.000 Einreiseplätzen für Nicht-EU-Arbeitnehmer über drei Jahre festlegt – eine Steigerung gegenüber den 450.000 im vorherigen Zyklus. Ein überarbeiteter Entwurf, der La Sicilia vorliegt und am 7. Juli aktualisiert wurde, sieht für 2026 164.850 Genehmigungen vor, mit ähnlichen Zahlen für 2027 und 2028, aufgeteilt auf nicht-saisonale Beschäftigte, den Pflegebereich und die saisonale Landwirtschaft. Bemerkenswert ist, dass jährlich 76.850 Plätze für hochqualifizierte und nicht-saisonale Tätigkeiten reserviert sind, was den Forderungen der Arbeitgeberverbände entspricht, den Talentpool in Bauwesen, Logistik und digitalen Dienstleistungen im Vorfeld des italienischen Nationalen Aufbauplans 2026-30 zu erweitern. Der Erlass führt zudem „Anreizquoten“ ein, die für Staatsangehörige von Ländern reserviert sind, die gemeinsam mit Italien Anti-Schmuggel-Medienkampagnen durchführen – ein Anreiz, um die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung irregulärer Migration zu fördern. Für Personalabteilungen ist der Zeitplan entscheidend: Die Voranmeldung im Ministeriumsportal soll Anfang September starten, mit gestaffelten „Click-Days“ nach Sektoren, um Serverabstürze wie 2024 zu vermeiden. Unternehmen werden aufgefordert, Sponsoring-Unterlagen jetzt vorzubereiten, einschließlich Nachweisen über Unterkunft und Einhaltung neuer Gehaltsschwellen, die an Tarifverträge angepasst sind. Migrationsanwälte warnen, dass die Umwandlung der Quoten in tatsächliche Aufenthaltsgenehmigungen historisch hinterherhinkt; nur 7,8 % der Plätze 2024 wurden innerhalb von 12 Monaten in Aufenthaltstitel umgewandelt. Eine Vereinfachung auf Präfekturebene und digitale Fingerabdrücke vor Ort werden versprochen, müssen aber noch erprobt werden.
Quelle: La Sicilia