
Ein am 7. Juli durchgesickertes Entwurfsdokument bestätigt, dass das Kabinett morgen ein Ministerpräsidenten-Dekret verabschieden wird, das 497.550 Quoten für Nicht-EU-Arbeitnehmer im Zeitraum 2026–2028 festlegt: 164.850 Plätze für 2026, 165.850 für 2027 und 166.850 für 2028. Darin enthalten sind jährlich 76.850 Genehmigungen für Festanstellungen und Selbstständige sowie 88.000 bis 90.000 Saisonvisa, um die Agrar- und Tourismusbranche bei der Erholung nach der Pandemie zu unterstützen. Bevorzugte Unterquoten werden Herkunftsländer belohnen, die in Zusammenarbeit mit Italien öffentliche Informationskampagnen gegen irreguläre Migration durchführen – eine Fortführung der im vergangenen Jahr mit Tunesien und Bangladesch erprobten „Information in Origin“-Klauseln. Das Dekret reserviert zudem jährlich 13.000 bis 14.000 Plätze für Haushaltshilfen (Colf und Badanti), um den Arbeitskräftemangel durch die alternde Bevölkerung Italiens abzufedern. Arbeitgeber begrüßen die frühere Veröffentlichung, da sie ihnen ein ganzes Quartal zur Vorbereitung der Unterlagen vor dem Herbst-Click-Day verschafft. Migrationsanwälte weisen jedoch darauf hin, dass 2024 nur 7,8 % der Quoten tatsächlich in Aufenthaltstitel umgesetzt wurden – vor allem wegen Rückstaus bei den Polizeipräsidien, die biometrische Karten ausstellen. Das neue Dekret verpflichtet daher die Präfekturen, digitale Fingerabdrücke innerhalb von 30 Tagen zu beschleunigen. Unternehmen, die für 2027 eine Aufstockung planen, sollten ihre Anträge noch in diesem Jahr sichern, da nicht genutzte Quoten nicht mehr übertragen werden können. Multinationale Konzerne mit globalen Mobilitätsprogrammen wird empfohlen, sich frühzeitig auf dem überarbeiteten Portal des Arbeitsministeriums zu registrieren, das nun Massen-Uploads im XML-Format unterstützt und API-Schnittstellen für HR-Systeme bietet.
Quelle: La Sicilia