
Ein Bericht der Financial Times, zitiert von Euronews am 8. Juli, deutet darauf hin, dass die EU den Start ihres European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) auf 2027 verschieben will. Offiziell peilt die Europäische Kommission weiterhin „Ende 2026“ an, doch Insider von EU-LISA bezeichnen dieses Ziel angesichts der problematischen Einführung des Schengen Entry/Exit Systems (EES) Anfang dieses Jahres als „illusorisch“. Seit der vollständigen Aktivierung des EES im April kämpfen italienische Flughäfen – insbesondere Rom Fiumicino und Mailand Malpensa – mit Passkontrollschlangen von bis zu 90 Minuten für Nicht-EU-Bürger, da die Automaten die Spitzenbelastung nicht bewältigen können. Fluggesellschaften wie Ryanair und ITA Airways fordern Brüssel auf, ETIAS zu verschieben, da die zusätzliche Vorab-Reisegenehmigung von 20 Euro neben dem EES „doppelte Warteschlangen“ verursachen und die Kapazitäten weiter überlasten würde – gerade jetzt, wo Europa in die Hauptreisezeit startet. Eine Verschiebung würde den Grenzbehörden Zeit geben, die biometrische Ausrüstung zu stabilisieren und Personalmodelle zu verbessern. Branchenverbände wie IATA und ACI Europe betonen, dass weitere Pilotversuche nötig sind, um die Advance Passenger Information (API) der Fluggesellschaften mit den Risikobewertungsalgorithmen von ETIAS zu integrieren. Für italienische Reiseveranstalter würde ein Start 2027 eine Systemumstellung mitten in der Saison 2026 vermeiden, gleichzeitig verlängert sich jedoch die Unsicherheit über künftige Compliance-Kosten und Datenmanagementpflichten. Unternehmen, die bereits mit einer Einführung von ETIAS im nächsten Jahr gerechnet hatten, müssen nun ihre Zeitpläne anpassen und IT-Verträge neu verhandeln. Reisende aus visumfreien Ländern – darunter USA, Großbritannien und Kanada – sollten offizielle Kanäle weiterhin im Blick behalten; nach dem Start wird die ETIAS-Genehmigung für die Einreise nach Italien und in den Schengen-Raum verpflichtend sein, wobei eine sechsmonatige Übergangsfrist vorgesehen ist.
Quelle: Euronews