
Hunderte internationale Studierende wachten auf und mussten feststellen, dass ihre Schulen nicht mehr existieren, nachdem das Bildungsministerium von Québec die Lizenzen des Collège Supérieur de Montréal und seines Schwesterstandorts in Sherbrooke nicht verlängert hatte. Die am 14. Juli bestätigte Entscheidung betrifft 878 ausländische Lernende – viele von ihnen nur noch wenige Monate vom Abschluss entfernt –, die gehofft hatten, ein kanadisches Diplom würde ihnen den Weg zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung ebnen. Von CityNews befragte Studierende berichteten, sie hätten Zehntausende Dollar und jahrelange Anstrengungen investiert, nur um nun vor einer „Sackgasse“ zu stehen. Da ihre Québec-Akzeptanzbescheinigungen (CAQs) und Studiengenehmigungen an eine bestimmte Institution gebunden sind, müssen sie nun neue Genehmigungen einholen, bevor sie die Hochschule wechseln können. Einwanderungsanwälte schätzen, dass die Neuausstellung acht bis zehn Wochen dauern könnte, was die Einhaltung der Fristen für die Post-Graduation Work Permit (PGWP) gefährdet. Das Bildungsministerium von Québec hat versprochen, die Studiengebühren an ausgewiesenen Ersatzhochschulen zu erlassen und in Zusammenarbeit mit MIFI und IRCC einen beschleunigten Transferprozess einzurichten. Dennoch bleiben Fragen offen, ob die bisher erbrachten Leistungen vollständig anerkannt werden und wie die Studierenden unerwartete Lebenshaltungskosten während der Übergangszeit finanzieren sollen. Arbeitgeberverbände befürchten, dass die Provinz fast 900 bald qualifizierte Fachkräfte aus Bereichen von IT bis frühkindliche Bildung verlieren könnte – Sektoren, die bereits unter Arbeitskräftemangel leiden. Für multinationale Unternehmen, die im Herbst Absolventen einstellen wollen, sollten Personalabteilungen den Einschreibestatus der Kandidaten überprüfen und Onboarding-Zeiträume anpassen. Einwanderungsberater müssen möglicherweise Arbeitsvertragsangebote anpassen, die sich auf die PGWP-Berechtigung beziehen. Unterdessen fordern Bildungsagenturen eine strengere Kontrolle privater Hochschulen und warnen, dass Imageschäden künftige Studierendengruppen davon abhalten könnten, Québec zu wählen. Betroffene Studierende wurden angewiesen, Zahlungsnachweise für Studiengebühren aufzubewahren und die Webseiten des Bildungsministeriums sowie von MIFI auf detaillierte Transferanweisungen zu überwachen, die noch in dieser Woche erwartet werden.
Quelle: CityNews Montreal