
Importeure warnen vor steigenden Kosten, da der Softwareausfall am wichtigsten Handelstor Zyperns – dem Hafen von Limassol – am 14. Juli bereits in den fünften Tag geht. Ein Fehler im Zahlungsabwicklungssystem der Zollbehörde verhindert, dass Importeure Abgaben und Mehrwertsteuer elektronisch begleichen können, wodurch die Zollabfertigung seit dem 10. Juli zum Erliegen gekommen ist. Sprecher George Constantinou erklärte gegenüber lokalen Medien, dass sowohl die Zahlungsplattform als auch das automatisierte System zur Importerklärung betroffen seien, was die Beamten zwang, die Freigabe der Waren auszusetzen. Kühl- und hochwertige Fracht wird unter besonderer Aufsicht im Importlager gelagert, doch die Liegegebühren häufen sich. Der Zoll prüft eine Zwischenlösung, die Banküberweisungen auf ein spezielles Schatzkonto mit manueller Überprüfung durch die Beamten ermöglichen soll – ein Verfahren, das die Abfertigung auch nach Einführung voraussichtlich verlangsamen wird. Logistikunternehmen berichten von einem Rückstau von über 3.000 TEU, was sich negativ auf Just-in-Time-Lieferketten in der Pharma- und Frischwarenbranche auswirkt. Der Vorfall hat die Forderungen nach einer umfassenden Notfallwiederherstellungsumgebung für das zyprische Single-Customs-Window-Projekt neu entfacht, das wiederholt durch Beschaffungsverzögerungen aufgehalten wurde. Wirtschaftsverbände betonen, dass der Ausfall die Bedeutung digitaler Resilienz in Grenzmanagementsystemen unterstreicht, während Zypern den Schengen-Beitritt anstrebt und den Transitverkehr im östlichen Mittelmeer ausbauen will. Unternehmen mit zeitkritischen Sendungen sollten mindestens vier zusätzliche Tage Vorlaufzeit einplanen und erwägen, Sendungen mit geringem Volumen vorübergehend über die Luftfrachtanlagen in Larnaka umzuleiten, bis der Normalbetrieb wiederhergestellt ist.
Quelle: Knews (Kathimerini Cyprus)