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Belgiens Asylminister halbiert die Aufnahmekapazität in Brüssel und streicht weitere 700 Plätze

Juli 18, 2026
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Belgiens Asylminister halbiert die Aufnahmekapazität in Brüssel und streicht weitere 700 Plätze
Belgiens Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) hat eine zweite Kürzungsrunde des sogenannten „Brussels Deal“ angekündigt, bei der weitere 700 Aufnahmeplätze für Asylsuchende in der Hauptstadt gestrichen werden. Dieser Schritt – am 16. Juli bekanntgegeben und am Freitag in einer Pressekonferenz bestätigt – kommt zu den bereits Ende Juni zurückgenommenen 300 Plätzen hinzu und reduziert die bundesfinanzierte Kapazität für unbegleitete Männer von 2.000 auf nur noch 1.000 Betten.

Der 2022 vereinbarte Brussels Deal sieht vor, dass jährlich 47 Millionen Euro vom Bundesstaat an die Region Brüssel-Hauptstadt fließen, um das überlastete nationale Netzwerk von Fedasil zu entlasten. Van Bossuyt argumentiert, dass die Wartelisten gesunken seien und „Steuergelder nicht für leere Betten ausgegeben werden sollten“. Sie betont, dass die Hälfte der verbleibenden 1.000 Männer derzeit bei Freunden oder Familie untergebracht sei.

Belgiens Asylminister halbiert die Aufnahmekapazität in Brüssel und streicht weitere 700 Plätze


Die Brüsseler Minister reagierten empört. Regionalminister für Wohlfahrt Ahmed Laaouej (PS) warnte vor einer drohenden „sozialen Krise“ und bezeichnete die Entscheidung der Bundesregierung als „fait accompli“ gegenüber der Region. Finanzminister Dirk De Smedt sprach von einem „Angriff auf Brüssel“ und prognostizierte eine Überlastung der ohnehin schon vollen Obdachlosenunterkünfte.

Für globale Mobilitätsmanager und NGOs, die Unternehmensflüchtlinge und humanitäres Personal unterstützen, wirft die plötzliche Kapazitätsverknappung praktische Probleme auf. Weniger Aufnahmeplätze bedeuten längere Anfahrtswege zu rechtlichen und medizinischen Terminen, erhöhten Druck auf kurzfristige Wohnmärkte und potenzielle Reputationsrisiken für Unternehmen, die verletzliche Mitarbeitende umsiedeln. Rechtliche Berater weisen darauf hin, dass Asylbewerber, die außerhalb Brüssels untergebracht werden, Verzögerungen beim Zugang zu Dienstleistungen in der Nähe des Einwanderungsamts am Boulevard Pacheco befürchten müssen.

Van Bossuyt kündigte an, den Brussels Deal bis Jahresende vollständig beenden zu wollen, sobald Fedasil alternative Unterkünfte ausgebaut hat. Ob dieser Zeitplan realistisch ist, bleibt umstritten. Unternehmen, die mit asylbezogenen Talenten oder humanitären Entsandten arbeiten, sollten sich jedoch auf eine verschärfte Wohnungssituation in Brüssel einstellen und nach der Sommerpause weitere politische Entwicklungen genau beobachten.
Quelle: The Brussels Times

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