
Amtsinhaber der Innenminister aus allen 27 EU-Staaten trafen sich am 16. und 17. Juli in Dublin zum von Irland ausgerichteten **informellen Treffen der Justiz- und Innenminister (JHA)**. Italiens Innenminister Matteo Piantedosi setzte sich für ein „ausgewogenes System von Solidarität und Verantwortung“ ein, während die EU das überarbeitete Gemeinsame Europäische Asylsystem vorantreibt. Der erste Tag stand im Zeichen einer speziellen Sitzung zu den „Visapolitiken zur Unterstützung der inneren Sicherheit“. Italien betonte, dass Verhandlungen über die Visaliberalisierung mit den westlichen Balkanstaaten und Golfstaaten unbedingt **Rückübernahmeklauseln und den Austausch von Daten zu Überziehern** beinhalten müssen, da unkontrollierte Kurzaufenthalte sekundäre Bewegungen auf die Halbinsel befeuern könnten. Rom forderte zudem eine schnellere Einführung der EU-Ein- und Ausreisekontrollsystem-Kioske an allen Schengen-Flughäfen, um „einheitliche Grenzkontrollen im Binnenraum zu vermeiden“. Beim Thema Rückführungen drängten mehrere nordeuropäische Staaten Italien, mehr Überstellte nach den neuen Regeln aufzunehmen – ein Thema, das nach Roms Ablehnung deutscher Anfragen nun im Fokus steht. Diplomaten beschrieben die Debatte als „offen, aber konstruktiv“, wobei die Präsidentschaft die Beamten beauftragte, vor dem formellen JHA-Rat am 1. und 2. Oktober Kompromissvorschläge vorzulegen. Für Mobilitätsmanager ergeben sich zwei zentrale Erkenntnisse: (1) **zusätzliche biometrische Anforderungen an italienischen Flughäfen sind trotz Bedenken wegen der Sommerandrangsspitzen weiterhin für den Herbst geplant**, und (2) Unternehmen, die Drittstaatsangehörige im Schengen-Kurzaufenthaltszyklus beschäftigen, sollten sich auf eine strengere Überwachung der kumulierten Aufenthaltsdauer einstellen, sobald die Ein- und Ausreisedatenbank vollständig in Betrieb ist.