
Italiens harte Haltung zu sekundären Bewegungen in der EU verschärfte sich am 17. Juli, als die Regierung Meloni bestätigte, dass sie **alle 12 formellen Rückübernahmeanträge Deutschlands für Asylsuchende, die erstmals über italienisches Gebiet in die Union eingereist sind, abgelehnt hat**. Die Anträge wurden im Rahmen des neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) gestellt, das seit dem 12. Juni in Kraft ist und den Mitgliedstaat der ersten Einreise verpflichtet, Rückführungen innerhalb von zwei Wochen zu akzeptieren. Laut Presseberichten, die sich auf eine unveröffentlichte Überprüfung der Europäischen Kommission stützen, hat Rom die deutschen Anträge **einfach unbeantwortet gelassen** und nicht einmal alternative Übernahmetermine vorgeschlagen. Zypern und Spanien hingegen haben ähnliche Anfragen erfüllt. Kommissionsbeamte warnten privat, dass systematische Nichtkooperation zu Vertragsverletzungsverfahren und zur vorübergehenden Aussetzung von EU-Finanzmitteln im Bereich des Migrationsmanagements führen könnte. Die Pattsituation belebt einen langjährigen Streit um das sogenannte Dublin-Prinzip, das viele Erstaufnahmeländer als ungerecht empfinden, da es die Verantwortung einseitig auf sie abwälzt. Das deutsche Innenministerium hatte im Dezember letzten Jahres erklärt, es gebe eine politische Übereinkunft mit Italien zu Rückführungen, doch Berlin hat bisher darauf verzichtet, Roms Kehrtwende öffentlich zu kritisieren. Für Geschäftsreisende und Manager der Unternehmensmobilität ist die Konfrontation von Bedeutung, da **jede Blockade im Umsiedlungsmechanismus den Druck auf Italiens Aufnahmesystem erhöht**, die grenzüberschreitenden Polizeikapazitäten belastet und die Wahrscheinlichkeit ad-hoc eingeführter Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums steigert – Kontrollen, die Frankreich und Österreich in den letzten Jahren bereits wieder eingeführt haben. Unternehmen, die Mitarbeiter innerhalb der EU versetzen, sollten daher mögliche Verzögerungen an den italienischen Land- und Luftgrenzen im Blick behalten und zusätzliche Zeit für Dokumentenprüfungen einplanen. Blickt man voraus, wird der Streit den Justiz- und Innenministerrat am 1. und 2. Oktober dominieren, bei dem die Minister **Durchführungsrechtsakte zur CEAS-Übernahmeprozedur** verabschieden müssen. Sollte Italien keine Kursänderung signalisieren, ist mit einer hitzigen Debatte und erneuten Forderungen nach finanziellen Sanktionen gegen nicht kooperative Staaten zu rechnen.
Quelle: The European Conservative