
Während der täglichen Pressekonferenz des Quai d’Orsay am 23. Juli bestätigte die Sprecherin des Außenministeriums, Anne Claire Legendre, dass Frankreich eine neue EU-Regelung unterstützt, die die Ausstellung von Schengen-Visa an Personen untersagt, die „aktiv in den russischen Streitkräften“ in der Ukraine gekämpft haben. Diese Einschränkung ist Teil des 21. Sanktionspakets, das am selben Morgen in Brüssel verabschiedet wurde und 220 weitere Personen und Organisationen umfasst. Das Visaverbot schließt eine Lücke, die es Doppelstaatlern oder Vertragssoldaten bisher erlaubte, trotz Einfrierung ihrer Vermögenswerte als Touristen, Geschäftsreisende oder zur medizinischen Behandlung in den Schengen-Raum einzureisen. Nach dem kommenden Durchführungsbeschluss müssen nationale Konsulate – darunter auch die französischen – Anträge auf Kurz- oder Langzeitvisa von gelisteten Kämpfern und deren unmittelbaren Familienangehörigen automatisch ablehnen. Bereits ausgestellte Mehrfachvisa werden widerrufen. Französische Behörden betonen, dass die Maßnahme Sicherheitsrisiken adressiert und nicht gewöhnliche russische Reisende trifft, während Menschenrechtsorganisationen vor einer möglichen Profilierung an den Außengrenzen warnen. Reiseveranstalter mit russischer Kundschaft sollten sich auf höhere Ablehnungsquoten und längere Prüfzeiten einstellen, insbesondere bei Teilnehmern von Pariser Fachmessen und Immobilienmessen an der Côte d’Azur. Multinationale Unternehmen, die russische Ingenieure an französische Standorte entsenden müssen, benötigen für die „Carte Bleue“ Arbeitserlaubnis-Ausnahmen, die direkt vom Innenministerium genehmigt werden. Das Paket verschärft zudem die Sorgfaltspflichten bei Krypto-Zahlungen und bei alternativen Bahnverbindungen über Drittstaaten – Maßnahmen, die voraussichtlich die Compliance-Kosten für französische Logistikanbieter im Bereich Dual-Use-Güter erhöhen werden. Unternehmen wird empfohlen, ihre Gästelisten mit dem neuen Visaverbot-Anhang abzugleichen, sobald dieser nächste Woche im EU-Amtsblatt veröffentlicht wird.
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