
Der Rat der Europäischen Union hat am 23. Juli sein 21. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und dabei 220 Einzelpersonen sowie zahlreiche Organisationen hinzugefügt. Besonders relevant für Mobility Manager ist die rechtliche Grundlage für ein umfassendes Visaverbot gegen Personen, die seit 2022 für die russischen Streitkräfte oder deren Proxy-Gruppen gekämpft haben. Dem Beschluss zufolge müssen die Mitgliedstaaten – darunter auch Frankreich – neuen Schengen-Visa für aktuelle und ehemalige russische Kämpfer verweigern und können bestehende Visa aus Sicherheitsgründen annullieren. Ein automatisches Einreiseverbot gibt es nicht; die nationalen Behörden behalten sich Ermessensspielräume vor, müssen aber Ausnahmen gegenüber der Kommission begründen. Französische Diplomaten, die zuvor argumentierten, ein generelles Verbot solle besser über eine Reform des Visakodex als über das Sanktionsrecht geregelt werden, unterstützten letztlich einen Kompromiss, der humanitäre Ausnahmen im Einzelfall erlaubt. Die operativen Details sollen in einem Durchführungsbeschluss „in den kommenden Wochen“ folgen, so EU-Beamte. Konsulate erhalten eine EU-weite Beobachtungsliste, die auf Daten vom Schlachtfeld, Open-Source-Informationen und Sicherheitsakten der Mitgliedstaaten basiert. Für Mobility-Teams in Unternehmen bedeutet dies vor allem eine verschärfte Due-Diligence: Jeder russische Staatsbürger, der nach Februar 2022 Wehrdienst geleistet hat, könnte einer intensiveren Prüfung unterzogen oder abgelehnt werden. Das Paket erweitert zudem finanzielle, Energie- und Krypto-Beschränkungen und spiegelt bestimmte Maßnahmen gegen Belarus wider, doch aus Mobilitätssicht steht die Visaklausel im Vordergrund. Sie bringt die EU-Politik in Einklang mit den bereits geltenden Praktiken in den baltischen Staaten und Polen und reagiert auf wachsende Sicherheitsbedenken nach mehreren Sabotageversuchen in Europa, bei denen mutmaßlich russische Passinhaber mit Kampfhintergrund beteiligt waren. Französische Arbeitgeber, die russische Fachkräfte – insbesondere aus den Bereichen Technologie, Energie oder Wissenschaft – beschäftigen, sollten die militärische Vorgeschichte der Kandidaten vorab prüfen und sich auf längere Bearbeitungszeiten einstellen, während die Konsulate neue Prüfverfahren einführen. Unternehmen müssen möglicherweise auch ihre Gleichbehandlungspolitik anpassen, um die Einhaltung der Vorschriften ohne Diskriminierung sicherzustellen. Einwanderungsberater empfehlen, detaillierte Lebensläufe und, wenn möglich, Befreiungsbescheinigungen vom Wehrdienst zu sammeln, um Ablehnungen vorzubeugen. Der Rat wird die Wirksamkeit des Verbots in sechs Monaten überprüfen, doch angesichts der aktuellen Sicherheitslage ist kaum mit einer Lockerung zu rechnen. Unternehmen sollten daher mit anhaltenden Beschränkungen planen und gegebenenfalls auf Remote-Arbeit oder Einsätze in Drittstaaten ausweichen, falls wichtige russische Spezialisten kein Schengen-Visum erhalten.
Quelle: Council of the EU (Consilium)
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