
Das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) hat am 24. Juli 2026 im Zuge von Vergeltungsmaßnahmen gegen die jüngsten Russland-bezogenen Sanktionen der EU 14 weitere europäische Unternehmen auf seine Liste für Exportkontrollen bei Dual-Use-Gütern gesetzt, berichtet Reuters. Obwohl es sich dabei hauptsächlich um eine handelsbezogene Maßnahme handelt, hat sie auch Auswirkungen auf die Personenbewegung: Mitarbeiter der betroffenen Firmen müssen bei der Beantragung von chinesischen Visa oder der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen mit strengeren Kontrollen rechnen. Nach dem chinesischen Exportkontrollgesetz von 2023 unterliegen Unternehmen auf dieser Liste einer „strengen Prüfung“ des Technologietransfers und Informationsflusses, die oft auch die Reisehistorie einzelner Mitarbeiter und die Kontrolle ihrer Geräte an Grenzübergängen umfasst. Multinationale Unternehmen berichteten bereits von Bearbeitungszeiten von bis zu einer Woche und zusätzlichen Dokumentenanforderungen für technische Entsendungen. Mobilitätsteams, die EU-Lieferanten im Bereich der chinesischen Hightech-Fertigung vertreten, sollten mit möglichen Verzögerungen bei der Ausstellung von Z-Visa oder der Genehmigung von Einladungsschreiben rechnen. Experten empfehlen, Anträge mindestens 30 Tage vor dem geplanten Ankunftstermin einzureichen und längere Zollabfertigungszeiten für Arbeitslaptops und verschlüsselte Speichermedien einzuplanen. Chinesische Behörden betonten, dass normale Touristen- und Familienbesuchsvisa für EU-Bürger weiterhin unverändert gelten. Geschäftsreisende, die mit kontrollierten Gütern in Verbindung stehen, könnten jedoch zu Interviews eingeladen werden, in denen sie den Verwendungszweck technischer Daten, die sie in China teilen wollen, erläutern müssen.
Quelle: Reuters