
Ein Inlands-Passagierflugzeug musste am Sonntagmorgen seinen Anflug auf den internationalen Flughafen Rio de Janeiro Tom Jobim (GIG) abbrechen, nachdem ein großer Heißluftballon in die Flugbahn geraten war. Die Besatzung führte eine vorbildliche Durchstartmanöver durch und landete beim zweiten Versuch sicher; es gab keine Verletzten und der Flugbetrieb wurde ohne Verzögerungen fortgesetzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 08:15 Uhr Ortszeit, während einer der verkehrsreichsten Ankunftsphasen des Tages. Das Starten unbemannter Ballons ist in Teilen Brasiliens, besonders während der Winterfeste auf der Südhalbkugel, eine beliebte, aber illegale Praxis. Wenn ein Ballon unkontrolliert absinkt, können sein Metallgestell und die offene Flamme eine ernsthafte Gefahr für Flugzeuge in niedriger Höhe darstellen. Die brasilianische Luftfahrtbehörde ANAC stuft diese Aktivität als Umweltverbrechen ein, das mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden kann, doch die Durchsetzung ist schwierig. Luftsicherheitsexperten weisen darauf hin, dass Durchstartmanöver zusätzlichen Treibstoffverbrauch und erhöhte Arbeitsbelastung für die Besatzung bedeuten; wiederholte Vorfälle könnten Flugpläne und Anschlussverbindungen stören. Da die Schulferien im Juli den Freizeitverkehr ankurbeln, können Start- oder Landebahnsperrungen sowie Warteschleifen am GIG schnell Auswirkungen auf das dichte Inlandsnetz Brasiliens haben und auch internationale Abflüge verzögern. Der Betreiber RIOgaleão kündigte an, die Luftüberwachung zu verstärken und mit lokalen Polizeieinheiten zusammenzuarbeiten, die Ballonstarts überwachen. Mehrere Fluggesellschaften, darunter LATAM und GOL, haben interne Hinweise herausgegeben, die Piloten auffordern, Ballonsichtungen sofort der Flugsicherung zu melden. Für Geschäftsreisende gilt: Bei Reisen im Juli und August nach Rio und São Paulo sollte mehr Pufferzeit eingeplant werden, da dort Ballonsichtungen zunehmen. Risikomanagement-Teams sollten Mitarbeiter auf mögliche Flugverspätungen vorbereiten und die Bedeutung flexibler Bodentransportlösungen bei engen Zeitplänen betonen.
Quelle: A Tribuna RJ