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Schweiz startet digitale Einbürgerungsplattform, erste Kantone sind online

Aug. 4, 2026
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Schweiz startet digitale Einbürgerungsplattform, erste Kantone sind online
Die Schweiz hat am Montag, dem 3. August 2026, einen wichtigen Schritt zur Modernisierung ihrer Migrationsbürokratie gemacht: Die vom Bundesrat lange geplante digitale Einbürgerungsplattform ist in die Pilotphase gestartet. Im neuen System können die kantonalen Behörden, die Einbürgerungsgesuche bearbeiten, sämtliche Akten elektronisch über eine sichere Schnittstelle im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) austauschen. Antragstellende in den Pilotkantonen können erstmals unterstützende Dokumente hochladen, Gebühren bezahlen und den Status ihres Gesuchs vollständig online verfolgen.

Das Einbürgerungsverfahren in der Schweiz ist bekanntlich komplex. Neben den bundesrechtlichen Anforderungen an Wohnsitz und Integration müssen Kandidaten auch kantonale und sogar kommunale Kriterien erfüllen, die jeweils eigene Unterlagen erfordern. Bislang wurden die Dossiers noch ausgedruckt, gestempelt und per Post von den Gemeinden an die kantonalen Ämter und weiter nach Bern geschickt – ein Prozess, der leicht bis zu 24 Monate dauern konnte. Durch die durchgängige digitale Aktenführung erwarten die Behörden laut SEM-Projektleiterin Daniela Bach eine Verkürzung der durchschnittlichen Bearbeitungszeit um «mehrere Monate» sowie eine Reduktion von Fehlern, die durch manuelle Dateneingabe entstehen.

Schweiz startet digitale Einbürgerungsplattform, erste Kantone sind online


Personalverantwortliche für Unternehmensmobilität und Relocation-Berater bewerten die Neuerung als bedeutend für Firmen, die Schlüsselmitarbeitende mit Schweizer Pässen als Bindungsinstrument unterstützen. «Dass man nicht sehen konnte, wo ein Gesuch festhing, machte die Planung praktisch unmöglich», erklärt Tina Meier, Leiterin der Einwanderungsdienste bei einer Big-Four-Beratung in Zürich. «Mit der Echtzeitverfolgung können HR-Abteilungen viel genauer vorhersagen, wann ein geschätzter Mitarbeitender Schweizer Bürger wird – und damit EU-weit frei mobil ist.»

Für die Antragstellenden verspricht der digitale Kanal eine transparentere und weniger einschüchternde Erfahrung. Ein Dashboard zeigt an, welche Dokumente bereits validiert sind und welche Schritte noch ausstehen, während SMS- und E-Mail-Benachrichtigungen die früheren eingeschriebenen Briefe ersetzen. Auch Barrierefreiheitsbefürworter begrüßen, dass handschriftliche Fragebögen durch PDF-Formulare ersetzt wurden, die mit Screenreadern kompatibel sind.

Das SEM betont, dass die Daten auf Servern in der Schweiz gespeichert und durch das Bundesgesetz über den Datenschutz geschützt sind. Die Pilotphase läuft in sechs Kantonen – darunter Genf, Zürich und Tessin – bis Anfang 2027, wenn die restlichen 20 Kantone dazukommen sollen. Sollte der Versuch erfolgreich sein, deuten die Behörden an, dass dieselbe Architektur später auf Aufenthaltsbewilligungsverlängerungen und sogar Asylentscheide ausgeweitet werden könnte, was auf einen umfassenderen digitalen Wandel in der Schweizer Migrationsverwaltung hinweist.
Quelle: The Local Switzerland

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