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Schweizer Populisten starten neuen Anlauf zur Begrenzung der Zuwanderung trotz Niederlage beim Referendum

Juli 29, 2026
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Schweizer Populisten starten neuen Anlauf zur Begrenzung der Zuwanderung trotz Niederlage beim Referendum
Weniger als sechs Wochen nach der Ablehnung der Initiative der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) zur Begrenzung der Bevölkerung der Alpenrepublik auf zehn Millionen hat die Partei eine neue, mehrstufige Strategie vorgestellt, um die Zuwanderung zu verlangsamen. In einem am 28. Juli von The Local Switzerland veröffentlichten Interview bestätigte SVP-Nationalrat Franz Grüter, dass sich die kantonalen Parteisektionen Ende August treffen werden, um „rechtliche und politische Instrumente“ zu identifizieren, mit denen Gemeinden und Kantone das Wachstum einschränken können. Obwohl der ursprüngliche landesweite Vorschlag am 14. Juni von 55 Prozent der Stimmberechtigten abgelehnt wurde, zeigte das Ergebnis deutliche regionale Unterschiede: Ländliche Gebiete, in denen die SVP besonders stark ist, unterstützten die Begrenzung weitgehend, während die städtischen und vorstädtischen Zentren der Schweiz sie ablehnten. Grüter ist überzeugt, dass lokale Referenden dort Erfolg haben könnten, wo die nationale Initiative scheiterte. Er verwies auf jüngste kommunale Abstimmungen in Domat/Ems (Graubünden), Hochdorf (Luzern) und Grimisuat (Wallis), bei denen die Einwohner strenge Obergrenzen für das jährliche Bevölkerungswachstum befürworteten – offiziell zum Schutz der Infrastruktur oder der natürlichen Ressourcen, tatsächlich aber mit dem Effekt, Neuzuzüge abzuschrecken. Die SVP plant, solche Beispiele in einem politischen Handbuch zusammenzufassen, das andere konservative Gemeinden übernehmen können, um so ein Flickenteppich von faktischen Einwanderungsbremsen zu schaffen, ohne das Bundesrecht zu ändern. Zudem verschärft die Partei ihre Rhetorik gegen die geplanten bilateralen Abkommen, die Bern und Brüssel noch in diesem Jahr unterzeichnen sollen. SVP-Sprecher Roman Bürgi warnt, dass aktualisierte EU-Abkommen „die Schleusen für Kriminelle aus Nachbarländern öffnen“ würden, da systematische Grenzkontrollen nach Schengen-Regeln verboten seien. Diese Behauptung wird von Sicherheitsexperten bestritten, trifft jedoch bei Teilen der Wählerschaft auf Resonanz, die sich Sorgen um grenzüberschreitende Kriminalität machen – insbesondere in den französischsprachigen Regionen nahe Genf und Basel, wo die Behörden bei Großveranstaltungen zeitweise wieder Kontrollen einführen. Für multinationale Unternehmen und Personalverantwortliche ist die erneute Kampagne der SVP eine Erinnerung daran, dass die Schweizer Einwanderungsregeln – bereits zu den komplexesten Europas gehörend – auf kantonaler Ebene neuen Herausforderungen gegenüberstehen könnten. Selbst wenn das bundesweite Kontingentsystem für Arbeitsbewilligungen aus Drittstaaten unverändert bleibt, könnten Unternehmen mit neuen Zonierungsvorschriften, höheren Infrastrukturabgaben oder strengeren Wohnsitzerfordernissen in einzelnen Gemeinden konfrontiert werden. Fachleute im Bereich Mobilität sollten kommende lokale Abstimmungen genau beobachten, Standortwahlkriterien für neue Einsätze überdenken und frühzeitig den Dialog mit kantonalen Behörden suchen, wenn Personalaufbau geplant ist. Kurzfristig ändert sich für bereits in der Schweiz tätige ausländische Fachkräfte nichts, und der Bundesrat hat bekräftigt, dass die Personenfreizügigkeit mit der EU/EFTA sowie die bestehenden Kontingente für Nicht-EU-Bewilligungen auch 2026 bestehen bleiben. Dennoch zeigt die Kursänderung der SVP, wie die Migrationspolitik buchstäblich von der Bundes- auf die kommunale Ebene verlagert werden kann – mit uneinheitlichen Regelungen, die multinationale Unternehmen mit Bedacht navigieren müssen.
Quelle: The Local Switzerland

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