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Belgien stellt letzte Papier-Ausweise ein, da EU-Sicherheitsfrist in Kraft tritt

Aug. 4, 2026
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Belgien stellt letzte Papier-Ausweise ein, da EU-Sicherheitsfrist in Kraft tritt
Der belgische Föderale Öffentliche Dienst (FPS) Inneres bestätigte am 3. August 2026, dass alle alten belgischen Personalausweise und ältere Aufenthaltstitel in Papierform ohne maschinenlesbaren Bereich (MRZ) ab sofort für Reisen oder Identifikationszwecke ungültig sind. Diese Ankündigung bringt Belgien in Einklang mit der Verordnung (EU) 2019/1157, die den 3. August 2026 als Stichtag festlegte, bis zu dem alle EU-Mitgliedstaaten Dokumente, die nicht den Mindest-Sicherheitsstandards der EU entsprechen, zurückziehen müssen.

Obwohl belgische Gemeinden die Ausstellung von Papierausweisen bereits 2009 eingestellt haben, nutzten noch Zehntausende Langzeitbewohner, Grenzgänger und pensionierte Expatriates die veralteten Dokumente für Reisen innerhalb des Schengen-Raums. Ab heute wird Reisenden, die am Flughafen Brüssel oder an den Landgrenzen eine nicht konforme Karte vorlegen, das Boarding verweigert oder eine Geldstrafe auferlegt und sie werden aufgefordert, eine elektronische e-ID zu beantragen.

Fluggesellschaften und Fährbetreiber erhielten über das EU-PRADO-System eine aktualisierte „Dokumentenwarnung“, woraufhin mehrere Anbieter kurzfristige Hinweise auf ihren Webseiten veröffentlichten. Unternehmens-Mobilitätsmanager wurden angewiesen, dringend eine Überprüfung der Identitätsdokumente ihrer Mitarbeiter durchzuführen. Der FPS Inneres betonte, dass Arbeitgeber, die „Single Permit“-Inhaber oder EU-ICT-Transferierte beschäftigen, sicherstellen müssen, dass diese entweder eine e-ID, eine Aufenthaltserlaubnis im einheitlichen EU-Layout nach 2021 oder einen gültigen Reisepass besitzen.

Ausländische Familienangehörige mit den vor 2021 ausgestellten „F“ oder „F+“-Karten müssen ebenfalls erneuern, wenn ihre Karte nach dem 3. August 2026 abläuft. Ersatztermine können online gebucht werden, jedoch liegen die Wartezeiten in den Gemeinden Brüssel und Antwerpen bereits über sechs Wochen.

Die Änderung hat praktische Auswirkungen auf Geschäftsreisen: Da belgische e-ID-Karten als sichere Reisedokumente im Schengen-Raum anerkannt sind, benötigen Reisende, die bisher auf die älteren Karten vertrauten, nun einen Reisepass, bis sie die neue biometrische Version erhalten. Personalabteilungen rechnen daher kurzfristig mit einem Anstieg dringender Passanträge und möglichen Reiseverschiebungen.

Reiserisikoberater warnen zudem, dass Nachbarländer in den kommenden Tagen gezielte Kontrollen durchführen könnten, um nicht konforme Reisende zu identifizieren.

Mit Blick auf die Zukunft erklärt Belgien, dass die nächste Phase der Dokumentenmodernisierung planmäßig verläuft: Die Integration der nationalen e-ID-Karten in die EU-Digitale Identitäts-Wallet soll bis 2028 abgeschlossen sein. Vorrang hat jedoch aktuell der Austausch der verbleibenden ungültigen Dokumente und die Gewährleistung eines reibungslosen Übergangs für Bewohner und Grenzgänger.
Quelle: EUR-Lex / FPS Interior press notice

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