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Belgien führt „Digitales Nomadenvisum“ ein, um Remote-Talente anzuziehen

Aug. 3, 2026
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Belgien führt „Digitales Nomadenvisum“ ein, um Remote-Talente anzuziehen
Die belgische Bundesregierung hat per Königlichem Erlass ein neues „Digital-Nomaden-Visum“ eingeführt, das Nicht-EU-Remote-Arbeitern erlaubt, bis zu 12 Monate (mit einmaliger Verlängerung) von überall in Belgien aus zu leben und zu arbeiten. Das Programm, das am 2. August 2026 von Staatssekretär für Digitalisierung Mathieu Michel vorgestellt wurde, orientiert sich an ähnlichen Modellen aus Portugal und Estland, ist jedoch das erste seiner Art in der Benelux-Region. Antragsteller müssen ein Bruttojahreseinkommen von mindestens 42.000 Euro nachweisen, eine private Krankenversicherung vorlegen und einen Arbeitsvertrag oder Firmenbesitz nachweisen, der ihnen erlaubt, vollständig online zu arbeiten.

Das Visum richtet sich gezielt an die wachsende Gruppe hochqualifizierter Fachkräfte, die nicht mehr an einen festen Bürostandort gebunden sind. Behörden schätzen, dass Belgien jährlich zwischen 60 und 80 Millionen Euro an lokalen Ausgaben durch „ortsungebundene“ Tech- und Kreativarbeiter verliert, die sich anderswo in Europa niederlassen. Durch die Möglichkeit, Remote-Mitarbeiter vorübergehend in Brüssel, Antwerpen oder Gent anzusiedeln, hofft die Regierung, Co-Working-Spaces zu stärken und kurzfristige Engpässe auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu überbrücken.

Belgien führt „Digitales Nomadenvisum“ ein, um Remote-Talente anzuziehen


Inhaber des neuen Aufenthaltstitels (Code DNV-BE) sind vom üblichen Ein-Permit-Verfahren befreit, müssen jedoch ihre Adresse innerhalb von acht Kalendertagen bei der örtlichen Gemeinde anmelden. Eine Anstellung bei einem belgischen Arbeitgeber ist nur möglich, wenn sie auf ein Ein-Permit umsteigen. Angehörige können eine abgeleitete Aufenthaltserlaubnis beantragen, erhalten jedoch keinen automatischen Zugang zum belgischen Arbeitsmarkt. Rechtsexperten warnen, dass die kurze Bearbeitungsfrist von 30 Tagen den Druck auf belgische Konsulate erhöht, die bereits mit einer hohen Nachfrage nach Studentenvisa zu kämpfen haben. Steuerfachleute raten Arbeitgebern, die Digital-Nomaden beschäftigen, auch die Risiken einer Betriebsstätte und die Verpflichtungen zur Lohnsteuerabführung zu prüfen.

Trotzdem wird die Maßnahme von der Wirtschaft überwiegend positiv aufgenommen: Agoria und AmCham Belgium bezeichneten sie als „einen pragmatischen Schritt, um Belgien im globalen Wettbewerb um Talente wettbewerbsfähig zu halten.“
Quelle: FPS Interior – Official Gazette

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