
Ebenfalls am 16. September eingereicht, schlägt der Gesetzentwurf HE 165/2026 Änderungen am Polizeigesetz und dem bilateralen Abkommen von 2010 zur Polizeizusammenarbeit in der Grenzregion Tornio-Haparanda vor. Der Entwurf würde finnischen und schwedischen Polizisten erlauben, Verfolgungen bis zu zehn Kilometer über die Landgrenze hinweg durchzuführen und Echtzeitaufnahmen von Drohnen und Körperkameras über ein gemeinsames Kommandozentrum in Luleå zu teilen. Die Initiative reagiert auf einen starken Anstieg grenzüberschreitender Kriminalität – insbesondere Schmuggel synthetischer Drogen und irreguläre Migrationsbewegungen, die nach der Verschärfung der Kontrollpunkte in Norwegen Anfang dieses Jahres nach Norden umgeleitet wurden. Statistiken des Innenministeriums zeigen, dass die Erkennungen von versuchten illegalen Grenzübertritten an der nördlichen Schengen-Binnengrenze im ersten Halbjahr 2026 im Jahresvergleich um 38 % gestiegen sind. Für Akteure im Bereich globale Mobilität bedeutet dies schnellere Kontrollen an den wichtigen Korridoren E8 und E10, die Lappland in Finnland mit schwedischen Häfen verbinden, da Polizisten beider Länder Identitätsprüfungen ohne Wartezeit auf Kollegen durchführen können. Betreiber von Firmen-Shuttle-Bussen und Logistikunternehmen sollten ihre Fahrer über die neuen Verfahren informieren und sicherstellen, dass Passagiere auch bei inner-schengen-Reisen Reisepässe oder nationale Personalausweise mitführen. Der Gesetzentwurf genießt breite Unterstützung über Parteigrenzen hinweg sowie von Wirtschaftsverbänden, die sich gegen Ladungsdiebstahl engagieren, was auf eine Verabschiedung vor der Winterpause des Parlaments hindeutet. Schweden wird voraussichtlich die Spiegelgesetzgebung im Riksdag bis März 2027 ratifizieren, sodass das aktualisierte Kooperationsregime im nächsten Sommer in Kraft treten kann.
Quelle: Finlex – HE 165/2026