
Die Schweizer Konsulate in Tel Aviv und Haifa melden für das Jahr 2026 bisher einen Anstieg der Anträge auf Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse um 38 %, angetrieben von israelischen Unternehmern, Wissenschaftlern und vermögenden Privatpersonen, die politische Stabilität und günstige Steuersysteme suchen. Laut am 18. September veröffentlichten Daten haben seit Januar mehr als 1.400 israelische Staatsangehörige eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen von Unternehmensverlagerungen, Start-up- oder Pauschalbesteuerungsmodellen erhalten – das Doppelte des durchschnittlichen Vor-Pandemie-Jahres. Technologiestandorte rund um die ETH Zürich und die EPFL Lausanne sind dabei besonders attraktiv. Venture-Lab-Accelerator-Programme verzeichnen eine Rekordzahl israelischer Deep-Tech-Gründer, die ihren Wohnsitz in der Schweiz anmelden, um den EU-Markt zu erschließen und gleichzeitig über Remote-Teams Zugang zu israelischem F&E-Personal zu behalten. Auch Schweizer Privatbanken in Genf bestätigen einen Anstieg bei Vermögensübertragungen infolge regionaler geopolitischer Spannungen und Protesten gegen die Justizreform in Israel. Die kantonalen Migrationsämter berichten, dass die meisten Zuzügler legale Wege wie Gründerbewilligungen, innerbetriebliche Versetzungen oder bevorzugte Regelungen für anerkannte Forschende nutzen, wodurch die Asyldienste kaum belastet werden. Dennoch hat die Wohnraumnachfrage in Hotspots wie Zug und Herzliya am Zürichsee die Debatten über Mietpreissteigerungen und Kapazitäten internationaler Schulen neu entfacht. Migrationsanwälte raten Unternehmen, Familiennachzugs-Termine sechs Monate im Voraus zu planen, da die Kontingente für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige in diesem Jahr bereits zu 72 % ausgeschöpft sind. Die Politik wertet den Zuzug als Vertrauensbeweis in das Schweizer Innovationsökosystem, mahnt jedoch, dass die Integrationsangebote Schritt halten müssen.
Quelle: SWI swissinfo.ch